Denkmal/Gedenkstätte

Rentmeisterhaus

Am Steinhaus 2, 26736 Krummhörn

Highlights

  • Das Rentmeisterhaus in Krummhörn war Teil einer mittelalterlichen Burganlage mit zwei Hauptbereichen: Vorburg (22×32 m) und Westflügel (19×24–29 m).
  • Seit 1985 diente es als Filiale der Norddeutschen Orgelakademie; 1996 ging es in Privatbesitz über und beherbergte eine Werkstatt in der angrenzenden Scheune.
  • Die frühe Burgenanlage bestand aus Sandwällen mit Holzkonstruktionen – Fachwerk ist nur spekulativ, da kaum originale Reste erhalten sind.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Rentmeisterhaus Krummhörn

Das Rentmeisterhaus in der Krummhörn ist ein historisches Bauwerk, das tief in der regionalen Geschichte verwurzelt ist. Als Teil einer frühzeitlichen Burganlage gehört es zu den wenigen erhaltenen Zeugnissen der ersten Befestigungsanlagen in Ostfriesland. Die Anlage bestand ursprünglich aus zwei etwa gleich großen Bereichen: Die Vorburg im Osten maß rund 22 mal 32 Meter, während der westliche Teil mit etwa 19 Metern Breite und 24 bis 29 Metern Länge etwas kompakter gestaltet war. Die ersten Burgen der Region entstanden aus aufgeworfenen Sandwällen, in denen Holzkonstruktionen als Kernbauten dienten. Ob dabei Fachwerk verwendet wurde, bleibt aufgrund der spärlichen Überlieferung bis heute unklar.

Das Rentmeisterhaus selbst war später Schauplatz kultureller und handwerklicher Aktivitäten. Seit 1985 nutzte die Norddeutsche Orgelakademie unter der Leitung von Harald Vogel das Gebäude als Filiale des Steinhaus Bunderhee, um hier Orgelbau und Musikgeschichte zu fördern. Diese Phase prägte das Haus als Ort der musikalischen Tradition und des handwerklichen Erbes. Nach 1996 wechselte die Nutzung: Der Privatbesitz durch Jürgen Ahrend ermöglichte die Einrichtung einer Werkstatt in der angrenzenden Scheune, die bis heute als Teil des historischen Ensembles erhalten ist.

Die historische Bedeutung der Anlage wird durch wissenschaftliche Kooperationen unterstrichen. Das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen, das Niedersächsische Landesarchiv Aurich sowie die Fryske Akademy aus Leeuwarden (Niederlande) arbeiten gemeinsam an der Erforschung und Dokumentation ostfriesischer Burgen und Siedlungsstrukturen. Diese Zusammenarbeit unterstreicht die Verbindung der Krummhörn zu den historischen Entwicklungen in der Region und darüber hinaus, insbesondere mit den niederländischen Nachbarn.

Als historische Sehenswürdigkeit bietet das Rentmeisterhaus Einblicke in die frühe Burgenkultur Ostfrieslands und die spätere Nutzung als kultureller Ort. Die Anlage spiegelt die Wandlung von Befestigungsanlagen zu handwerklichen und musikalischen Zentren wider – ein Zeugnis der vielschichtigen regionalen Geschichte. Trotz der wechselnden Nutzungen bleibt das Gebäude ein bedeutender Bezugspunkt für Geschichtsinteressierte und Kulturbegeisterte in der Krummhörn.

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