Kirche/Kloster

Nikolaikapelle Saalfeld OT Köditz

Kirchengemeinde Saalfeld, 07318 Kapellenstraße 8

Highlights

  • Die Nikolaikapelle in Köditz (Saalfeld) zeigt ein spätgotisches Altartriptychon aus dem 16. Jahrhundert mit Tafelmalereien – einzigartig in dieser Form.
  • Barocke Umrahmung von 1682 und freigelegte Wandmalereien der Dreifaltigkeit prägen den Innenraum der romanischen Kapelle aus dem 12. Jahrhundert.

Tipps

  • Die flache Holzdecke im Langhaus verfügt über Rosettenmalereien, während die beiden Barockemporen und die Kanzel mit Evangelistenbildern zur historischen Innenausstattung zählen.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Nikolaikapelle Köditz – Sakrale Kultur in Saalfeld

Die Nikolaikapelle Saalfeld OT Köditz an der Kapellenstraße ist ein historisches Juwel im malerischen Ortsteil Köditz, der bereits im Jahr 1074 als *Chotizi* in einer Urkunde des Benediktinerklosters Saalfeld erwähnt wurde. Die Kapelle steht als zentraler Ort auf der östlichen Saaleterrasse und war einst dem heiligen Nikolaus geweiht. Ihr Grundriss verrät romanische Wurzeln des 12. Jahrhunderts, während spätere Umgestaltungen – insbesondere im 15. Jahrhundert – der Kapelle ihr heutiges Gesicht verliehen.

Ein besonderer Schatz der Kapelle ist das spätgotische Altartriptychon aus der Zeit um 1520, das sich in der halbkreisförmigen Apsis befindet. Abweichend von der gängigen Praxis besteht es ausschließlich aus Tafelmalereien und ist damit ein seltener Zeuge der mittelalterlichen Kunsthandwerkskunst. Bei der barocken Umgestaltung von 1682 erhielt das Werk eine prächtige Umrahmung mit Ornamenten und Inschriftkartuschen, die seine Bedeutung bis heute unterstreicht.

Die Innenausstattung der Kapelle stammt größtenteils aus dem 17. Jahrhundert und wurde durch eine großzügige Stiftung des Amtsverwalters des Herzoglich Sachsen-Saalfeldischen Amts ermöglicht. Dazu gehören die beiden Barockemporen an Nord- und Westseite, die kunstvoll geschnitzten Kirchenbänke sowie die Kanzel mit gemalten Darstellungen der vier Evangelisten am Kanzelkorb. Besonders eindrucksvoll sind die wieder freigelegten barocken Wandmalereien an der Ostwand des Langhauses, die die heilige Dreifaltigkeit und den auferstandenen Christus zeigen – ein Zeugnis der handwerklichen Kunst regionaler Meister.

Die Fenster an der Südseite und das in die Apsis eingebrochene Fenster stammen aus der spätgotischen Epoche des 15. Jahrhunderts und ergänzen das architektonische Ensemble. Die flache Holzdecke im Langhaus ziert eine Rosettenmalerei, die zusammen mit den erhaltenen Elementen ein lebendiges Bild der Kapelle als Ort des Glaubens und der Kunst über die Jahrhunderte hinweg vermittelt. Köditz selbst war einst als *Fernköditz* bekannt und unterschied sich von der aufgelösten Siedlung *Nähernköditz* auf dem gegenüberliegenden Ufer der Saale.

Als eines der letzten Zeugnisse mittelalterlicher Sakralarchitektur in der Region vereint die Nikolaikapelle historische Schichten und künstlerische Highlights. Sie lädt Besucher ein, die Verbindung von romanischen Ursprüngen, spätgotischer Pracht und barocker Frömmigkeit in einem einzigartigen Sakralbau zu erleben – ein Ort, der bis heute als kulturelles und spirituelles Zentrum Köditzs strahlt.

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