Evangelische Stadtkirche
Highlights
- Die Evangelische Stadtkirche in Hockenheim wurde 1905 bis 1907 im neobarocken Stil erbaut.
- Sie verfügt über 1200 Sitzplätze und einen charakteristischen Turm mit Uhr, Kreuz und Wetterhahn.
- Die reich vergoldete Innenausstattung umfasst Altar, Kanzel und Orgel mit 2918 Pfeifen.
Tipps
- Besucher sollten sich über die akustischen Belästigungen durch Glockenläuten informieren, da diese regelmäßig und laut erfolgen können.
- Die moderne Technik und Einrichtung der Kirche bieten Komfort, jedoch kann die neue Bestuhlung optisch weniger ansprechend wirken.
- Bei Besuchen in der Nähe des Hotels ist mit störendem Glockenläuten am Morgen zu rechnen, was den Aufenthalt beeinträchtigen kann.
Eigenschaften
Über Evangelische Stadtkirche
Die Evangelische Stadtkirche in Hockenheim im Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg, ist ein bedeutendes sakrals Kulturdenkmal der Region. Sie wurde zwischen den Jahren 1905 und 1907 im neobarocken Stil erbaut und zählt heute zu den architektonischen Highlights der Stadt. Ursprünglich entstand der Kirchenbau aufgrund der wachsenden evangelischen Gemeinde, da das damalige Gotteshaus, heute das Lutherhaus, bei weitem nicht ausreichte, um die Gläubigen unterzubringen. Die Planung übernahm Hermann Behaghel, Leiter der Evangelischen Kirchbauinspektion in Heidelberg, während die Bauleitung dem Heidelberger Architekten Albert Fais oblag.
Architektonisch präsentiert sich die Kirche als Basilika mit einem kreuzförmigen Grundriss und einem halbrunden Chorraum. Auffallend für den Neubarock sind die reichhaltigen Ornamente an Fassaden, Türen und Fenstern – darunter Kartuschen, Girlanden und Engelsköpfe. Besonders markant ist der hohe Turm über dem mittleren Portal an der Nordfassade, gekrönt von einer Uhr, einem Kreuz und einem Wetterhahn. Seitlich des Turms ragen zwei kleinere Türmchen mit Zinkdächern über das Bauwerk. Im Inneren dominieren gelbliche Sandsteinpfeiler mit Gesimsen sowie Granitsäulen, die die Emporen tragen. Der Innenraum bietet Platz für bis zu 1200 Personen und zeichnet sich durch eine kunstvolle, vergoldete Ausstattung aus, insbesondere am Altar, der Kanzel und der Orgel.
Die Glasmalereien der Kirche entstanden nach Entwürfen von Hermann Behaghel in der Heidelberger Glasmalerwerkstatt Beiler. Im Zuge des Zweiten Weltkriegs wurden allerdings die ursprünglichen Fenster an der Westseite zerstört. Die Kirchenorgel, ursprünglich mit über 2900 Pfeifen von der Firma Steinmeyer, wurde in den 1970er Jahren durch ein neues Instrument aus Bautzen ersetzt. In einer umfangreichen Modernisierung und Erweiterung der Jahre 2017 und 2018 erhielt sie ihre heutige Ausstattung mit 43 Registern auf drei Manualen und Pedal durch die Orgelbauwerkstatt Jäger & Brommer aus Waldkirch.
Die Evangelische Stadtkirche ist nicht nur ein Ort des Gottesdienstes, sondern auch ein kultureller Anziehungspunkt in Hockenheim. Regelmäßig finden hier Gottesdienste, Konzerte und Gemeindeveranstaltungen statt, die von der örtlichen Kirchengemeinschaft organisiert werden. Die Kirche steht exemplarisch für die religiöse und kulturelle Tradition der Region und lädt sowohl Einheimische als auch Besucher dazu ein, sich mit ihrer Geschichte, Architektur und Spiritualität auseinanderzusetzen.