Wasserturm
Highlights
- Der Hockenheimer Wasserturm ist ein technisches Denkmal aus Beton mit Jugendstil-Elementen und trägt das Spitznamen „Riesenspargel“.
- Der 40,70 Meter hohe Turm fasst 500 Kubikmeter Wasser und ist mit einer kupfergedeckten Kuppel und Kammputz verziert.
- Seit 2012 dient er auch für standesamtliche Trauungen und ist am Tag des Offenen Denkmals meist besichtigbar.
Tipps
- Bei offenen Türen kann der Wasserturm von innen erkundet und bis zur Aussichtsplattform bestiegen werden.
- Die Außentreppe ermöglicht einen Aufstieg bis zur Kuppel mit Blick in das ehemalige Wasserbecken.
- Im Erdgeschoss des sanierten Turms finden standesamtliche Trauungen statt, umgeben von einer kleinen Parkanlage.
Eigenschaften
Über Wasserturm
Der Wasserturm in Hockenheim ist ein technisches Denkmal und zugleich markantes Wahrzeichen der Stadt im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg. Aufgrund seiner charakteristischen Form wird er auch als „Riesenspargel“ bezeichnet. Der 46 Meter hohe Turm wurde ursprünglich zur Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser errichtet und ist heute ein geschütztes Kulturdenkmal. Seine auffällige Architektur mit weißem Kammputz und einer grünen, kupfernen Kuppel verleiht ihm eine besondere Ästhetik im Stil der Jugendzeit. Der zylindrische Baukörper verjüngt sich leicht von der Basis zur Spitze, wobei die Balustrade rings um den Turm auf der Höhe des Wasserbehälters eine begehbare Plattform bildet.
Der Turm fasst ein Wasservolumen von 500 Kubikmetern, wobei sich der untere Rand des Beckens in einer Höhe von 26 Metern befindet. Errichtet wurde er in moderner Betonbauweise, was ihn zu einer architektonischen Besonderheit unter den regionalen Wassertürmen machte, die damals meist aus Backstein erbaut wurden. Nach Jahrzehnten der Nutzung wurde er 1981 außer Betrieb genommen, da das Trinkwasser fortan aus einem Gemeinschaftswasserwerk bezogen wurde. Dennoch blieb das Bauwerk erhalten und dient heute unter anderem als Veranstaltungsort sowie für standesamtliche Trauungen im Erdgeschoss, das inzwischen saniert wurde. Die Außenanlage ist parkartig gestaltet und lädt zur Erholung ein.
Der Wasserturm ragt in die flache Landschaft des Rhein-Neckar-Raums und ist von weitem sichtbar. Besucher haben gelegentlich die Gelegenheit, ihn bei öffentlichen Führungen zu besteigen und die innere Betonstruktur sowie die ehemaligen technischen Anlagen zu besichtigen. Der Aufstieg erfolgt überwiegend über eine Treppe, die sich außen am Turm entlangschraubt. Von der Aussichtsplattform erstreckt sich ein weithin sichtbarer Blick über die umliegende Region. Die Besonderheit des Ortes liegt nicht nur in seiner architektonischen Gestaltung, sondern auch in seiner Funktion als Zeugnis der technischen und kommunalen Entwicklung der Stadt Hockenheim im frühen 20. Jahrhundert.
Die Geschichte des Wasserturms ist eng verknüpft mit der Entwicklung der Trinkwasserversorgung der Stadt. Nach Erhalt der Stadtrechte im späten 19. Jahrhundert wurde die Errichtung eines leitungsgebundenen Wassersystems beschlossen. Trotz finanzieller Hürden und fehlender Unterstützung durch Nachbargemeinden wurde das Projekt in Eigenregie realisiert. Neben dem Turm entstand ein Pumpwerk im Hardtwald, zwei Kilometer entfernt, sowie ein umfangreiches Leitungsnetz innerhalb der Stadt. Der Bau des Turms und der Infrastruktur wurde innerhalb weniger Jahre abgeschlossen und prägte maßgeblich das Stadtbild. Auch nach seiner Außerdienststellung blieb der Turm ein Symbol für die technische und gesellschaftliche Entwicklung der Region.