Levedags Mühle
Highlights
- Levedags Mühle in Hörstel-Bevergern ist ein einzigartiger Mühlenturm mit ritterzeitlichem Ursprung und restaurierter Galerie.
- Der Turm wurde 1970 von Alfons und Theresia Vormweg übernommen, restauriert und mit Fachwerkbauten aus dem 18. Jahrhundert ergänzt.
- Das Dach der Mühle ist weltweit einmalig mit Stahlrahmen und Bleieindeckung konstruiert – eine Pionierleistung im Denkmalschutz.
Tipps
- Bei Besuch der Levedags Mühle in Hörstel-Bevergern lohnt sich ein Spaziergang auf dem Hermannsweg, um den beschaulichen Ort mit seiner historischen Atmosphäre zu genießen.
- Die markante Turmruine mit Fachwerkelementen und die umliegenden Wassergräben bieten eine malerische Kulisse, die an holländische Mühlenlandschaften erinnert.
- Auf einer der Holzbrücken oder Bänke unter den Bäumen lässt sich die ruhige Umgebung besonders gut erleben.
Eigenschaften
Über Levedags Mühle
Die Levedags Mühle in Hörstel-Bevergern im Kreis Steinfurt ist ein bemerkenswertes Kulturdenkmal, das heute als eindrucksvolles Ensemble um einen über 20 Meter hohen Galerieholländer-Turm aus unverputztem Bruchstein steht. Der Turm vereint verschiedene historische Schichten: Im unteren Bereich vermutet man einen ritterzeitlichen Bastions- und Geschützturm, während der mittlere Teil aus massiven Quadern besteht, die vermutlich aus dem Abbruchmaterial der 1680 geschleiften Burg Bevergern stammen. Diese Mischung aus militärischer und industrieller Architektur macht das Bauwerk zu einer architektonischen Besonderheit.
Ab dem frühen 19. Jahrhundert diente der Turm über etwa ein Jahrhundert als Öl- und Walkemühle. Die Anlage war die einzige bekannte Walkewindmühle im Oberstift Münster und wurde damals vom Tuch- und Wandmacheramt in Bevergern betrieben. Nach Ende der Mühlennutzung Anfang des 20. Jahrhunderts verfiel das Gebäude allmählich zu einer Ruine. In den 1970er Jahren übernahmen Alfons und Theresia Vormweg den Ruinenstumpf und begannen mit einer umfassenden Restaurierung, die das Gebäude nicht nur sicherte, sondern auch funktional und optisch wiederherstellte.
Im Zuge der Restauration wurden translozierte Fachwerkbauten aus dem 18. Jahrhundert in das Ensemble integriert, darunter ein Heuerlingshaus und ein Backhausspeicher. Die ursprüngliche Mühlenhöhe wurde durch eine Aufstockung um sechs Meter wiedererreicht. Die Galerie wurde erneuert und mit einer 360-Grad-Anlage versehen, die heute über etwa 100 Quadratmeter Fläche verfügt. Besonders bemerkenswert ist die Dachkonstruktion: In einer wegweisenden Maßnahme im Denkmalschutz wurde das Dach in klassischer Mühlenform auf einem Stahlrahmen errichtet und mit Blei eingedeckt – eine technische Innovation, die Langzeitstabilität gewährleistet.
Das Ensemble ist privat bewohnt und daher nicht öffentlich zugänglich. Dennoch kann die Atmosphäre des Ortes von außen wahrgenommen werden, etwa auf einer Bank im direkten Umfeld oder entlang des Hermannswegs, der in unmittelbarer Nähe verläuft. Die ruhige Lage, umgeben von Wassergräben, Holzbrücken und altem Mauerwerk, vermittelt einen besonderen historischen Eindruck. In der Nähe befinden sich zudem eine Eisdiele sowie ein Supermarkt, die das Erleben der Umgebung ergänzen.