Denkmal/Gedenkstätte

Schlappenschützen

Schießgraben 2, 95028 Hof, Deutschland

Highlights

  • Der Hofer Schlappentag ist ein traditionsreicher Lokalfeiertag mit jährlichem Festumzug und historischem Schießen.
  • Er erinnert an die Verteidigung der Stadt Hof gegen die Hussiten im Jahr 1430 und findet immer am Montag nach Trinitatis statt.
  • Zum Auftakt wird das eigens gebraute Schlappenbier vom Festzelt aus ausgeschenkt.

Tipps

  • Traditionelles Starkbier wird im Festzelt ausgeschenkt – probieren lohnt sich.
  • Anonyme Schützen können gekauft werden, um Bußgelder beim Schießen zu vermeiden.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Schlappenschützen

Die Schlappenschützen in Hof sind Träger einer der ältesten und traditionsreichsten Schützenfeste Deutschlands. Ihre Geschichte beginnt im Jahr 1432, kurz nachdem die Stadt Hof 1430 von den Hussiten verwüstet worden war. Um die Stadt vor künftigen Angriffen zu schützen, erhielten die Bürger von ihrem Herrscher das Recht, eine Schützengilde zu gründen. Diese hatte die Pflicht, sich regelmäßig in der Nutzung von Handfeuerwaffen zu üben. Die Schützen rekrutierten sich hauptsächlich aus der Handwerkerschaft, die zur Teilnahme an Schießübungen verpflichtet wurde. Der Name „Schlappenschützen“ leitet sich von den typischen Holzschuhen ab, die die Schützen bei ihren Übungen am Montag nach Trinitatis trugen – den sogenannten „Schlappen“.

Heute verkörpert der Hofer Schlappentag eine lebendige Verbindung aus Geschichte, Brauchtum und Volksfest. Jährlich am Montag nach Trinitatis versammeln sich die Zünfte und Schützen am Schießhäuschen, um in einem feierlichen Umzug durch die Stadt zum Festplatz zu ziehen. Begleitet von Musik und Traditionen wird dabei das Schlappenbier ausgeschenkt – ein Starkbier, das eigens für diesen Anlass gebraut wird. Das Bier sowie deftige Speisen wie Hofer Bratwürste sorgen für das gemütliche Flair, das den Tag prägt. Höhepunkt des Festes ist das Schlappenschießen, bei dem mit historischen Waffen auf Pappschienen geschossen wird. Der „Schlappenkönig“ erhält als Preis unter anderem ein Jahr kostenloses Parken in der Stadt.

Der Schlappentag ist nicht nur ein kulturelles Ereignis, sondern auch ein bedeutendes Zeugnis der Stadtgeschichte. 2019 wurde er vom Bayerischen Heimatministerium als immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet. Neben dem Fest selbst findet am Vortag das sogenannte Bürger-Schießen statt, bei dem jeder Interessierte teilnehmen kann. Ein weiterer Höhepunkt im Vorfeld ist die historische Hussitenführung am Trinitatissonntag, bei der die Geschichte des Hussitenüberfalls lebendig nachgestellt wird. Mit ihren über 500 Jahren Tradition sind die Schlappenschützen ein fester Bestandteil der Hofener Identität und ziehen Jahr für Jahr zahlreiche Besucher in die bayrische Stadt.

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