St. Hubertus (Dönstedt)
Highlights
- St. Hubertus ist eine denkmalgeschützte evangelisch-lutherische Gutskirche aus dem 12. Jahrhundert in Dönstedt, Ortsteil von Bebertal.
- Die Kirche wurde 2015 erstmals nach Jahrzehnten wieder genutzt und 2021 zur Kirche des Monats gewählt.
- Seit 2022 erfolgen Sanierungen durch den Förderverein „Gutskirche Dönstedt“ e. V., darunter der romanische Westturm und das Dach.
Tipps
- Die Kirche St. Hubertus in Dönstedt ist aktuell noch in Sanierung, Besuche sind möglich, aber eingeschränkt.
- Der romanische Westturm wurde 2023 saniert, der Glockenbetrieb ist wiederhergestellt.
- Die Gutskirche ist denkmalgeschützt, das Innere weitgehend leer, aber architektonische Details sind erkennbar.
Eigenschaften
Über St. Hubertus (Dönstedt)
Die evangelisch-lutherische Gutskirche St. Hubertus in Dönstedt ist ein denkmalgeschütztes Sakralgebäude im Ortsteil Bebertal, Landkreis Börde, Sachsen-Anhalt. Die Kirche steht auf einem Friedhof am südlichen Berghang des Ortes und ist seit den 2010er Jahren Gegenstand umfassender Sanierungsbemühungen. Seit 2015 wird der Kirchenraum gelegentlich für Gottesdienste und Konzerte genutzt. Die Kirche wurde 2021 zur „Kirche des Monats“ gewählt und belegte 2022 den dritten Platz bei der „Kirche des Jahres“-Wahl. Im Jahr 2023 erfolgte die feierliche Wiederinbetriebnahme der Kirchenglocke nach einer langen Pause.
Das Bauwerk besteht aus einem Feldsteinmauerwerk, das nur an der Vorderseite verputzt ist. Der dreiseitige Ostschluss sowie der romanische Westturm aus dem frühen 12. Jahrhundert prägen das äußere Erscheinungsbild. Im Jahr des Anschlusses des Turmes wurde auch der Kirchenbau erweitert. Im 18. Jahrhundert kam der Anbau der Herrschaftsloge an der Nordseite hinzu. Die Fenster sind hölzern und orientieren sich an spätgotischen Mustern des Kirchenschiffs. Über dem Nordportal ist eine Stifterinschrift in renaissancehafter Architekturrahmung zu sehen.
Das Innere der Kirche ist weitgehend leer und stark vom Verfall geprägt. Dennoch sind Reste der ursprünglichen Ausstattung erhalten geblieben. Die Decke ist als Spiegelgewölbe gestaltet. Die Westempore entstand im Zuge eines Umbaus. Der Kanzelaltar mit Durchgängen zeigt eine korinthische Pilasterordnung mit Akanthusverzierungen. In die Brüstung der Kanzeltreppe ist barocke Malerei aus dem 17. Jahrhundert eingelassen, vermutlich vom Orgelprospekt inspiriert. Zu den bemerkenswerten Objekten zählen eine kelchförmige Taufsteinkappe mit Reliefdarstellungen, ein bronzener Hängeleuchter aus dem 18. Jahrhundert sowie mehrere Epitaphien und Grabmäler adeliger Familien des 18. Jahrhunderts.
Nach mehreren Jahrzehnten ohne Nutzung wurde die Kirche in den 2010er Jahren schrittweise saniert. Seit 2013 engagiert sich die Kirchengemeinde Bebertal für den Erhalt des Gebäudes. Ab 2021 wird sie durch den Förderverein „Gutskirche Dönstedt“ e. V. unterstützt. Mehrere Bauphasen folgten, darunter die Sanierung des Westturms nach einem Sturmschaden am Dach im Jahr 2022. Die Glocke wurde im September 2023 nach 13 Jahren erstmals wieder geläutet. Seitdem trägt die Kirche offiziell den Namen St. Hubertus.
Die Gutskirche gilt als architektonisch und kunsthistorisch bedeutsames Zeugnis ländlicher Sakralbaukunst in Sachsen-Anhalt. Ihre ruhige Lage am Ortsrand macht sie zu einem Ort der Besinnung und kulturellen Erinnerung. Die laufenden Sanierungsarbeiten verdeutlichen den Erhaltungsaufwand, der notwendig ist, um dieses Kulturgut langfristig zu sichern. Gäste loben die historische Substanz, weisen jedoch auch auf den noch bestehenden Sanierungsbedarf hin.