Aartalsee
Highlights
- Der Aartalsee ist ein künstlicher Stausee im oberen Aartal, gelegen zwischen Bischoffen und Hohenahr in Hessen.
- Er dient vor allem dem Hochwasserschutz, der Trinkwasserversorgung und als Freizeitbad seit 1992.
- Die Talsperre staut die Aar und verfügt über eine Steinschüttdammkonstruktion sowie eine Wasserkraftanlage mit Walzenturbine.
Tipps
- Wandern oder Spazieren am Aartalsee bieten schöne Rundwege mit Bänken zur Pause. Ein Café und Imbiss sind vor Ort verfügbar.
- Die Bundesstraße 255 führt direkt in die Nähe des Sees, Anreise ist gut über Herborn oder Gladenbach möglich.
- Der See dient auch als Badesee – im Sommer kann bei warmem Wetter gebadet werden, Badeflächen sind ausgewiesen.
Eigenschaften
Über Aartalsee
Der Aartalsee liegt im hessischen Bischoffen und erstreckt sich auch über Teile der Gemeinde Hohenahr im Lahn-Dill-Kreis. Der künstlich angelegte Stausee entstand durch die Aartalsperre, die den Flusslauf der Aar im oberen Talabschnitt westlich des Niederweidbacher Beckens verschließt. Seit ihrer Fertigstellung im Jahr 1991 staut die Talsperre die Gewässer der Aar sowie mehrere Nebenflüsse wie den Stadterbach, den Weidbach und den Meerbach und bildet so ein rund 1,3 bis 1,8 Millionen Kubikmeter fassendes Wasserreservoir, dessen Füllmenge je nach Jahreszeit variiert.
Die Hauptnutzungen des Sees sind Hochwasserschutz, Niedrigwasseraufhöhung, Trinkwasserversorgung, Stromerzeugung und Freizeiterholung. Die integrierte Wasserkraftanlage verfügt über eine Durchströmturbine mit einer Leistung von bis zu 250 kW, die vor allem zu Spitzenzeiten Strom erzeugt. Dadurch kann die Wassermenge gezielt reguliert werden, was zu Schwankungen des Wasserstands führen kann. Der See ist flach, wodurch er sich im Sommer vergleichsweise schnell erwärmt. Diese Eigenschaft begünstigt unter ungünstigen Bedingungen Algenblüten, weshalb auf eine möglichst geringe Nährstoffzufuhr geachtet wird.
Der Aartalsee ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region und bietet vielfältige Erholungsmöglichkeiten. Rund um den See verläuft ein Wanderweg, der sich gut für Spaziergänge oder sportliche Runden eignet. Entlang des Ufers sind mehrere Bänke aufgestellt, die zum Verweilen und Entspannen einladen. Im direkten Umfeld gibt es gastronomische Einrichtungen, darunter ein Café sowie ein Imbiss, die Besuchern eine kurze Rast ermöglichen. Obwohl Müllbehälter entlang des Weges aufgestellt sind, wird immer wieder auf Probleme bei der Abfallentsorgung hingewiesen.
Der Hauptdamm der Talsperre besteht aus Grauwacke- und Schiefergestein und weist im Taltiefsten eine Höhe von etwa 14 Metern auf. Die Krone des Damms ist 270 Meter lang und sechs Meter breit. Das Entnahmesystem im Damm verfügt über vier Rohre unterschiedlicher Dimensionen sowie eine Hochwasserentlastung. Über diese Anlage wird auch die Wasserabgabe reguliert. Die technische Infrastruktur wird vom Kreisausschuss des Lahn-Dill-Kreises sowie vom Wasserverband „Dillgebiet“ betreut.
Der See ist über die nahegelegene Bundesstraße 255 gut erreichbar, die sowohl in Richtung Herborn als auch Gladenbach und Marburg führt. Die Autobahnanschlussstelle liegt in unmittelbarer Nähe. Weitere Anbindungen bestehen über weniger stark befahrene Landesstraßen nach Gießen, Wetzlar und ins Umland. Die umliegenden Orte Bischoffen, Ahrdt und Mudersbach prägen das direkte Seeufer. Seit 1992 ist der Aartalsee offiziell als Badesee freigegeben, wobei die flache Tiefe und die sommerliche Erwärmung des Wassers zu beachten sind.