Denkmal/Gedenkstätte

Mariensäule Und Brunnen

Residenzpl. 11, 85072 Eichstätt

Highlights

  • Der Marienbrunnen in Eichstätt wurde 1775 bis 1780 nach Entwürfen von Mauritio Pedetti errichtet.
  • Die Marienfigur ist etwa 3 Meter hoch und wurde von den Gürtler Brüdern aus Kupfer getrieben.
  • Der Brunnen ziert den Residenzplatz und zeigt Putten mit typischen Alltagsmotiven sowie Juraversteinerungen.

Tipps

  • Der Marienbrunnen am Residenzplatz ist ein beeindruckendes barockes Kunstwerk mit geschweiftem Becken und hoher Säule, ideal für Fotografien.
  • Die Figur der Maria auf der Säule wurde 1778 von Berg entworfen und später von den Gürtler-Brüdern in Kupfer getrieben.
  • Rund um den Brunnen befinden sich Kanonikatshöfe, die dem Platz eine geschlossene Kulisse geben und die Wirkung des Denkmals unterstreichen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Mariensäule Und Brunnen

Die Mariensäule mit Brunnen zählt zu den bedeutenden kulturhistorischen Zeugnissen der Stadt Eichstätt in Bayern. Sie steht am östlichen Ende des Residenzplatzes und gilt als eines der eindrucksvollsten barocken Kunstwerke der Region. Errichtet wurde das Ensemble im Auftrag von Raymund Anton von Strasoldo, eines einflussreichen Fürstbischofs, der maßgeblichen Anteil an der städtebaulichen und künstlerischen Gestaltung Eichstätts hatte. Die Planung des Brunnens stammt vom Baudirektor Mauritio Pedetti, während die Figuren von Hofbildhauer Joh. Jakob Berg entworfen wurden.

Der Brunnen erhebt sich aus einem geschwungen gestalteten, dreieckigen Becken, dessen Ecken durch sitzende Puttenfiguren belebt werden. Diese Figuren zeigen verschiedene Alltagsszenen und symbolische Handlungen – darunter das Betrachten eines Vogelnestes, das Halten eines gefangenen Fisches oder das Öffnen einer Muschel. Ein besonders lokales Motiv zeigt einen Putto, der Versteinerungen aus den umliegenden Jurabrüchen betrachtet, was einen Bezug zur geologisch bedeutsamen Region des Altmühltals herstellt. Die Skulpturen tragen rückseitig die handschriftliche Signatur ihres Schöpfers: „J. J. v. Berg fecit [Jahr]“.

Aus dem Becken ragt die hohe Mariensäule empor, deren unterer Teil von Tritonenfiguren umgeben ist, die Wasserschalen tragen. Der sechsseitige Sockel gliedert sich durch rustizierte Bänder und wird im Untergeschoss von bronzegegossenen Delphinen geschmückt, die Wasser ausspeien. Im zweiten Geschoss befinden sich Kartuschen mit dem Wappen des Hochstifts Eichstätt sowie Inschriften, die den Auftraggeber und die Entstehungszeit benennen. Die Säule selbst ist mit Kannelüren und Pfeifen verziert, gekrönt wird sie von einem ausladenden Kapitell, das die etwa drei Meter hohe Marienfigur trägt. Diese Statue ist in Kupfer getrieben und mit Feuervergoldung versehen.

Die geschickte Platzierung des Brunnens am östlichen Rand des Residenzplatzes, umrahmt von den Kanonikatshöfen, unterstreicht die monumentale Wirkung des Ensembles. Die Perspektive des Platzes erlaubt einen freien Blick auf die hohe Säule und hebt deren architektonische Qualität hervor. Die Kombination aus Brunnen und Mariensäule ist sowohl in ihrer Form als auch in der künstlerischen Ausführung bemerkenswert und wird bis heute als herausragendes Beispiel barocker Brunnenkunst gewürdigt.

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