Parks & Gärten

Halverder Aa-Niederung

48480 Schapen

Highlights

  • Das NSG Halverder Aa-Niederung ist ein 141,97 Hektar großes Feuchtgebiet zwischen Schale und Halverde im Kreis Steinfurt.
  • Es schützt nährstoffarme Feucht- und Nassgrünlande sowie Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten wie Kiebitz und Carex canescens.
  • Ziel ist die Erhaltung der offenen Feuchtwiesenlandschaft durch Extensivierung, Pflegemaßnahmen und naturnahe Grünlandbewirtschaftung.

Tipps

  • Das Gelände ist größtenteils eben und gut zu Fuß zu erkunden, festes Schuhwerk wird empfohlen.
  • Ein Großteil des Gebiets besteht aus Feucht- und Nassgrünland, Brut- und Rastplätze von Vögeln sind häufig zu beobachten.
  • Der Osterbraukweg quert das Naturschutzgebiet, eignet sich gut für Spaziergänge und Radtouren.

Eigenschaften

Outdoor Familie Entspannt Ganzjährig

Über Halverder Aa-Niederung

Die Halverder Aa-Niederung ist ein Naturschutzgebiet im Ortsteil Schapen des Landkreises Emsland in Niedersachsen. Es liegt zwischen den Ortschaften Schale und Halverde und erstreckt sich über eine Fläche von rund 141,9 Hektar. Das Gelände ist ein offenes, deutlich eingesenktes Niederungsgebiet, das von der kanalisierten Halverder-Schaler Aa durchflossen wird. Die Landschaft präsentiert sich geprägt von Feucht- und Nassgrünland, Fettwiesen sowie Mähweiden, wobei rund ein Viertel der Fläche aus schutzwürdigem Feuchtgrünland besteht, das unter Naturschutz gemäß §62 des Landschaftsgesetzes NRW steht.

Wertgebende Biotope innerhalb des Gebiets sind unter anderem Nass- und Feuchtwiesen sowie sogenannte Blänken – offene, wasserarme Streifen innerhalb der Feuchtwiesenkomplexe. Diese Flächen bieten Lebensraum für verschiedene auf der Roten Liste geführte Pflanzenarten wie Graues Seggenried (Carex canescens), Blasen-Segge (Carex vesicaria), Sumpf-Rose (Comarum palustre), Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris), Sumpfdreizack (Menyanthes trifoliata), Röhricht (Oenanthe fistulosa), Sumpf-Dolden (Peucedanum palustre) und Zwergweide (Salix repens). Auch zahlreiche Tierarten profitieren von den nährstoffarmen und feuchten Lebensbedingungen, darunter verschiedene Wat- und Wiesenvögel, Amphibien und Wirbellose.

Das Naturschutzgebiet erfüllt mehrere Schutzzwecke: Es dient dem Erhalt und der Entwicklung seltener Lebensgemeinschaften und Lebensräume, insbesondere des feuchten Grünlands und offenen Wassers. Darüber hinaus fungiert es als Rast-, Überwinterungs- und Brutgebiet für verschiedene Vogelarten, darunter der Kiebitz, der Große Brachvogel, die Feldlerche sowie das Schwarzkehlchen. Aufgrund seiner biogeographischen Bedeutung und der besonderen Bodenverhältnisse – darunter Böden mit extremen Wasser- und geringen Nährstoffangeboten – trägt das Gebiet auch zur Erhaltung der Natur- und Kulturgeschichte bei. Langfristig zielt der Schutz darauf ab, eine großflächige, offene Feuchtwiesenlandschaft zu erhalten und den landschaftstypischen Wasser- und Nährstoffhaushalt zu sichern.

Das Gelände wird durch ein Netz aus Entwässerungsgräben durchzogen, die in die Halverder-Schaler Aa münden. Ein befestigter Wirtschaftsweg, der sogenannte Osterbraukweg, quert die nördliche Hälfte des Gebiets. Vereinzelte Hecken, Baumreihen und Feldgehölze ergänzen das Landschaftsbild. Um den ökologischen Zustand langfristig zu erhalten, sind verschiedene Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen notwendig, darunter die naturnahe Gestaltung der Gräben, die Erhaltung der Blänken sowie die gezielte Wiedervernässung von Grünlandflächen. Zudem wird empfohlen, bestehendes Grünland durch Ankauf oder vertragliche Regelungen dauerhaft extensiv zu bewirtschaften, um die Zerstörung nährstoffarmer Lebensräume zu verhindern.

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