Gichtgas-Brillenschieber (Industriedenkmal)
Highlights
- Die Kokerei Hansa in Dortmund ist ein Industriedenkmal und ehemalige Großkokerei aus den 1920er Jahren.
- Sie produzierte bis zu 5200 Tonnen Koks täglich und war über Gichtgas mit benachbarten Industriebetrieben verbunden.
- Heute dient das Gelände als Museum, Veranstaltungsort und kulinarisches Erlebnis im Emscher Landschaftspark.
Tipps
- Eintritt ist kostenlos, Führungen lohnen sich für detaillierte Einblicke in die Industriegeschichte.
- Das Gelände ist ganzjährig begehbar, ideal auch für individuelle Erkundung.
- Besucher erfahren auf Führungen viel über die Kokerei-Technik und den Arbeitsalltag in der Industrie.
Eigenschaften
Über Gichtgas-Brillenschieber (Industriedenkmal)
Der Gichtgas-Brillenschieber in Dortmund ist ein eindrucksvolles Zeugnis der industriellen Geschichte des Ruhrgebiets und zählt heute zu den bedeutendsten Industriedenkmalern der Region. Als Teil der Kokerei Hansa, die in den späten 1920er Jahren erbaut wurde, verkörpert dieses Monumentalbauwerk die technische und wirtschaftliche Blütezeit der Montanindustrie. Die Kokerei galt einst als eine der größten ihres Typs im Ruhrgebiet und spielte eine zentrale Rolle im komplexen Verbund der Stahl- und Kohleindustrie. Mit ihrer spezifischen Funktion als Gichtgas-Brillenschieber war sie maßgeblich an der Wiederverwertung von Gasen beteiligt, die bei der Roheisenerzeugung entstehen – ein Prozess, der sowohl ökonomisch als auch ökologisch von großer Bedeutung war.
Die Anlage besticht durch ihre klare, funktional-architektonische Gestaltung, die vom Baudirektor Hellmuth von Stegmann und Stein maßgeblich geprägt wurde. Die Gebäude sind entlang des Produktionsablaufs angeordnet und spiegeln die technischen Prozesse der Koks- und Gasverarbeitung wider. Die sogenannte „Schwarze Seite“ mit ihren Koksofenbatterien und die „Weiße Seite“ mit den Anlagen zur Gasreinigung und Aufbereitung verdeutlichen die Dualität der Kokereiproduktion. Nach über 60 Jahren aktiver Nutzung wurde die Kokerei 1992 stillgelegt, doch bereits kurze Zeit später wurde das Gelände unter Denkmalschutz gestellt und gehört heute zur Industriedenkmalstiftung. Damit wurde nicht nur der Erhalt der Anlage gesichert, sondern auch ihre Transformation zu einem lebendigen Ort der Industriekultur ermöglicht.
Heute lädt der Gichtgas-Brillenschieber Besucher aus aller Welt zu einer spannenden Zeitreise ein. Bei Führungen oder individuellen Erkundungsgängen können sich die Gäste hautnah mit der beeindruckenden Technik und den historischen Produktionsabläufen vertraut machen. Ein besonderes Highlight ist die Kompressorenhalle, in der ein originaler dampfbetriebener Gaskolbenkompressor im Schaubetrieb zu bestaunen ist. Doch die Kokerei ist mehr als nur ein Museum – sie ist ein lebendiger Ort, der Kultur, Natur und Industrie miteinander verbindet. Auf dem Gelände finden regelmäßig Veranstaltungen statt, es gibt gastronomische Angebote und sogar eine Kletterhalle, die das ehemalige Bergwerksgelände kreativ weiter nutzt.
Als einer von 27 Ankerpunkten der touristischen Route „Industriekultur im Ruhrgebiet“ und Teil des Emscher Landschaftsparks ist der Standort fest in das kulturelle und landschaftliche Netz der Region eingebunden. Die Kokerei Hansa verkörpert damit nicht nur die industrielle Vergangenheit, sondern auch die Zukunft der Metropole Ruhr – als Ort des Lernens, der Begegnung und des kulturellen Austauschs. Besucher erhalten hier einen tiefen Einblick in die Arbeitswelt der Vergangenheit und erleben gleichzeitig, wie Industriekultur heute gelebt wird.