Denkmal/Gedenkstätte

Turmaufstieg St. Petri Dom

Sandstraße 10, 28195 Bremen

Highlights

  • Der St. Petri Dom in Bremen entstand 789 als erste Kirche Sachsens und wurde über Jahrhunderte von einer romanischen Basilika zur spätgotischen Hallenkirche umgebaut.
  • Der Südturm stürzte 1638 ein, doch der Wiederaufbau im 19. Jahrhundert prägte den Dom mit historischen Fenstern und einem Chorgestühl aus dem 16. Jahrhundert.
  • Im Dom-Museum sind mittelalterliche Bischofsgräber mit Mumien aus dem 17. Jahrhundert sowie Kunstschätze wie Cranachs ‚Schmerzensmann‘ ausgestellt.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang über den Dom 1 (Bibelgarten) ermöglicht einen ungehinderten Besuch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
  • Die beiden Hallenkrypten bieten Einblicke in die mittelalterliche Baugeschichte und archäologische Funde aus über 1000 Jahren Domgeschichte.
  • Das Dom-Museum zeigt mit spätmittelalterlichen Plastiken und barocken Epitaphen die kulturelle und künstlerische Entwicklung der Region.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Turmaufstieg St. Petri Dom Bremen

Der Turmaufstieg im St. Petri Dom in Bremen bietet Besuchern einen einzigartigen Blick auf eine über 1200 Jahre alte Baugeschichte und die Architektur des „Roms des Nordens“. Seit 789 als erste Kirche auf der Domdüne errichtet, entwickelte sich der Dom von einer angelsächsischen Saalkirche zu einer prächtigen Hallenkirche mit spätgotischen Elementen. Die heutige Gestalt entstand durch schrittweise Umgestaltungen: Nach dem Vorbild des Kölner Doms entstand im 11. Jahrhundert eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit zwei Krypten, die im 13. Jahrhundert durch frühgotische Kapellen erweitert wurde. Besonders beeindruckend ist die spätgotische Hallenkirche mit ihrem Netzgewölbe, das im 16. Jahrhundert auf der Nordseite entstand.

Der Aufstieg in den Turm führt durch die Jahrhunderte der Domgeschichte – von den romanischen Anfängen bis zu den barocken Umgestaltungen. Im Inneren beeindrucken Renaissance- und Barock-Epitaphe von Domgeistlichen und Bremer Bürgern, während die beiden Hallenkrypten mit ihren mittelalterlichen Vorbildern wie den Kathedralen von Benevent und Köln verwandt sind. Besonders hervorzuheben sind die spätmittelalterlichen Plastiken und Altargemälde des 16. Jahrhunderts, die den kulturellen Austausch Bremens mit Nordeuropa widerspiegeln. Der Dom gilt als Symbol der Stadt und war über Jahrhunderte ein Zentrum des religiösen und politischen Lebens.

Ein besonderes Erlebnis bietet der Blick auf die Krypten, in denen archäologische Funde aus den mittelalterlichen Bischofsgräbern ausgestellt sind. Dazu gehören Mumien aus dem 17. Jahrhundert, deren Mumifizierung bis heute rätselhaft bleibt. Auch das Chorgestühl aus dem 15. Jahrhundert mit seinen restaurierten Reliefs – darunter Szenen aus dem Leben Christi – veranschaulicht die handwerkliche Meisterschaft der Zeit. Die figürlichen Darstellungen tragen zudem politische Botschaften, etwa die des Erzbischofs Friedrich, der später dänischer König wurde. Der Turmaufstieg ermöglicht somit nicht nur einen Panoramablick über Bremen, sondern auch einen tiefen Einblick in die kulturelle und religiöse Geschichte der Region.

Für Besucher, die sich für die Domgeschichte interessieren, werden regelmäßig Führungen angeboten, die von der Bauentwicklung bis zu den geheimnisvollen Mumien im Bleikeller reichen. Die Kombination aus Domrundgang und Bleikellerbesichtigung zeigt die Verbindung von Sakralbau und Alltagsgeschichte. Besonders die „1000 Jahre da“-Führung verbindet die Entstehung des Doms mit der Stadtgeschichte Bremens und macht die Bedeutung des Bauwerks als kulturelles Zentrum des Nordens erlebbar. Der Turmaufstieg lädt somit nicht nur zu einem Blick über die Dächer der Stadt ein, sondern auch zu einer Reise durch die Jahrhunderte.

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