Archäologische Stätte

Mädchen von Molzbach

36085 Bundesgrenzschutz

Eigenschaften

Kulturell Ganzjährig

Ausflug zu den Mädchen von Molzbach im Bundesgrenzschutz

Der Point of Interest „Mädchen von Molzbach“ befindet sich im Ortsteil Bundesgrenzschutz im Bundesland Nordrhein-Westfalen und zählt zu den bedeutenden archäologischen Fundstellen der Bronzezeit. Benannt ist er nach einem außergewöhnlichen Grabfund aus dem Jahr 1931, bei dem die Überreste eines jungen Mädchens entdeckt wurden, das mit beeindruckend reichhaltigen Schmuckstücken bestattet worden war. Diese Funde machen das Grab zur sensitionellen Entdeckung und verdeutlichen die kulturelle sowie wirtschaftliche Bedeutung dieser Region in der Bronzezeit. Die archäologischen Untersuchungen fanden am sogenannten Bomberg nahe Molzbach statt und brachten einzigartige Erkenntnisse über die Lebensweise und soziale Struktur jener Zeit.

Das Mädchen wurde ohne erkennbare Grabbeigaben oberflächlich bestattet, doch der Schmuck, den es trug, zeugt von großem Reichtum und hohem handwerklichem Können. Zu den besonders bemerkenswerten Fundstücken gehören ein vierspiraliger Halsreif mit Dreieckverzierung, seltene Radnadeln an den Schultern, Spiralringe vermutlich für den Haarschmuck sowie Armspiralen aus Bronze. Ein breites Bronzegürtelblech mit getriebener Verzierung umschloss die Hüfte und unterstreicht den außergewöhnlichen Status der Verstorbenen. Hinzu kommen zahlreiche Tutuli – kleine, fingerhutartige Besatzelemente eines Kleidungsstücks – sowie ein zweispiraliger Fußreif am linken Fußgelenk. Diese Funde zeigen nicht nur den Wohlstand der Bestatteten, sondern auch enge kulturelle Verbindungen zu Regionen entlang des oberen Mains und in Teilen Hessens.

Interessant ist zudem, dass das Grab in einem Hügel lag, der ursprünglich für einen Mann bestimmt war. Insgesamt wurden am Fundort zehn Bestattungen aus der Bronzezeit geborgen, wobei die meisten nur geringe Beigaben aufwiesen. Das „reiche Mädchen von Molzbach“ übertrifft jedoch alle anderen Funde sowohl an Reichtum als auch an künstlerischer Qualität der Beigaben. Die Bestattung datiert etwa in die späte Hügelgräberbronzezeit und markiert damit einen Höhepunkt der Nutzung dieses Gräberhügels, der über mehrere Jahrhunderte hinweg aktiv war. Die Entdeckung trug maßgeblich dazu bei, dass der Name Molzbach in die wissenschaftliche Diskussion über die Vorgeschichte Hessens einging.

Heute ist der „Mädchen von Molzbach“-Standort ein beliebtes Ausflugsziel für Kultur- und Geschichteinteressierte. Vor Ort informieren Infotafeln über die archäologischen Funde und bieten Einblicke in die Lebenswelt der Bronzezeit. Der Aussichtspunkt lädt zudem zum Verweilen ein – beliebt bei Spaziergängen mit dem Hund oder als ruhiger Ort für einen Moment der Besinnung. Die einfache Sitzbank unter einem Baum bietet Besuchern die Möglichkeit, die Umgebung zu genießen und sich mit der Geschichte des Ortes auseinanderzusetzen. Mit einem Bewertungsdurchschnitt von 4 von 5 Sternen wird der Ort als sehenswert und lohnenswert beschrieben.

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