Kremer Mühle (Kremer Hof / Burg) Hürtgenwald-Simonskall
Highlights
- 1622 erbaute Oberschlächtige Wassermühle im Hürtgenwald, bis in die 1920er aktiv, heute Wohnhaus mit Mühlentechnik.
- Rollstuhlgerechter Zugang; seit 1987 Teil des Niederrheinischen Mühlenverbands mit regionalen Mühlenausstellungen.
- Historische Mühle mit Stromerzeugung für Straßenbeleuchtung – heute Teil des Vereins zur Bewahrung von Wassermühlenkultur.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen ungehinderten Besuch des Geländes und der historischen Mühle.
- Die Oberschlächtige Wassermühle aus dem Jahr 1622 zeigt originale Technik und historische Bauweise in originalgetreuer Umgebung.
- Aktuelle Ausstellungen und Modelle regionaler Mühlen bieten Einblicke in die kulturelle und technische Geschichte des Niederrheins.
Eigenschaften
Kulturdenkmal Kremer Mühle Hürtgenwald
Die Kremer Mühle, auch als Kremer Hof oder Burg bekannt, ist ein historisches Wahrzeichen im Herzen des Hürtgenwalds und ein faszinierendes Zeugnis regionaler Kultur und Technik. Ursprünglich als Oberschlächtige Wassermühle im Jahr 1622 errichtet, diente sie über Jahrhunderte der Getreideverarbeitung und später der Stromerzeugung für die Straßenbeleuchtung. Bis in die 1920er Jahre war sie in Betrieb, bevor sie ihren ursprünglichen Zweck verlor und zu einem Wohnhaus umfunktioniert wurde.
Das Gebäude vereint architektonische Besonderheiten einer historischen Mühle mit den Spuren ihrer späteren Nutzung. Der Niederrheinische Mühlenverband, 1987 von Rolf Momburg und weiteren engagierten Mitgliedern gegründet, setzte sich für den Erhalt und die Aufarbeitung des Denkmals ein. Der Verein, dem unter anderem Josef Jörissen und Änne Drießen angehörten, organisierte unter anderem den Deutschen Mühlentag – eine bundesweite Veranstaltung, an der sich 1996 über 550 historische Mühlen beteiligten. Als Schirmherr fungierte damals Constantin Freiherr Heeremann von Zuydtwyck, Präsident des Deutschen Bauernverbandes.
Die Kremer Mühle steht nicht nur für technische Innovation, sondern auch für die lebendige Mühlentradition der Region. Der Verein präsentierte seine Arbeit durch Ausstellungen mit aktuellen Aufnahmen und Modellen regionaler Wassermühlen, die zwischen Emmerich und Wassenberg angesiedelt sind. Besonders prägend war die Teilnahme an der Ausstellung *„Der Niederrhein und seine Mühlen“* in der berühmten Windmühle Sanssouci in Potsdam, die dem Verband eine bundesweite Sichtbarkeit verschaffte. Auch lokale Ausstellungen folgten in unregelmäßigen Abständen, um das kulturelle Erbe der Niederrhein-Region zu bewahren.
Heute ist die Kremer Mühle ein rollstuhlgerecht zugängliches Kulturdenkmal, das Einblicke in die Geschichte der Mühlentechnik und die Verbundenheit der Region mit ihrem kulturellen Erbe bietet. Als Teil des Naturparks Schwalm-Nette verbindet sie historische Bedeutung mit der Natur des Hürtgenwalds – ein Ort, der sowohl Geschichtsinteressierte als auch Naturliebhaber anspricht. Die Mühle erinnert daran, wie aus einfachen Bauwerken wie diesem über Jahrhunderte hinweg ein lebendiges Stück regionaler Identität wurde.