Schiefer Turm von Suurhusen
Highlights
- Der Schiefe Turm von Suurhusen ist mit 5,19 Grad Neigung der unabsichtlich schiefste Turm der Welt.
- Er wurde 1450 erbaut und steht auf einem Fundament aus Eichenstämmen über Moorboden.
- Seit 1982 wurde der Turm saniert, die Kirche ist heute wieder geöffnet und zieht jährlich tausende Besucher an.
Tipps
- Der Schiefe Turm von Suurhusen ist besonders im direkten Vergleich zur Straße eindrucksvoll, da Bilder den Neigungsgrad oft nicht richtig wiedergeben.
- Die Kirche selbst ist geschichtsträchtig, das Mauerwerk imposant und lädt zum Verweilen im Ortsteil Hinte-Suurhusen ein.
- Der Turm ist heute zweitschiefster Bau der Welt und wurde 1985 nach Privatsanierung wieder eingeweiht, bleibt aber weiterhin geneigt.
Eigenschaften
Über Schiefer Turm von Suurhusen
Der Schiefer Turm von Suurhusen zählt zu den bemerkenswertesten Kulturdenkmälern im Landkreis Aurich und steht als eines der bekanntesten Wahrzeichen Ostfrieslands für eine fast sechs Grad starke Neigung. Er befindet sich in der evangelisch-reformierten Kirche des Ortsteils Suurhusen der Gemeinde Hinte. Mit einer Höhe von 27,37 Metern und einem Überhang des Dachfirsts um 2,47 Meter gilt er offiziell als einer der unabsichtlich schiefsten Kirchtürme der Welt. Seine massive Bauweise mit einer Grundfläche von 11 mal 11 Metern trägt rund 2116 Tonnen Gesamtgewicht. Der Turm ruht auf einem Fundament aus Eichenstämmen, die ursprünglich im feuchten Moorboden lagen.
Der Turm wurde im 15. Jahrhundert an die bestehende, ursprünglich turmlose Kirche angebaut. Erste Anzeichen einer Neigung wurden im 19. Jahrhundert bemerkt, als die Entwässerung der umliegenden Flächen den Grundwasserspiegel senkte und die Holzbohlen im Fundament zu faulen begannen. Im Laufe der Jahrzehnte verstärkte sich die Schieflage, was schließlich zur Sperrung der Kirche im Jahr 1975 führte. In den 1980er Jahren erfolgte eine umfangreiche Sanierung durch Privatinitiative, bei der das Fundament gesichert und stabilisiert wurde. Seit Mitte der 1990er Jahre gilt die Neigung als weitgehend gestoppt. Die Kirche wird heute gelegentlich für Gottesdienste genutzt und zieht jährlich mehrere tausend Besucher an.
Der Turm wurde 2007 im Guinness-Buch der Rekorde als schiefster unabsichtlich geneigter Turm der Welt eingetragen und übertraf damit den Schiefen Turm von Pisa. Allerdings wurde dieser Rekord 2022 durch einen Turm in Gau-Weinheim mit einer noch stärkeren Neigung übertroffen, wodurch der Suurhusener Turm heute als zweitschiefster Turm gilt. Die spektakuläre Schieflage tritt besonders bei einer Fahrt über die nahegelegene Bundesstraße oder beim direkten Vorbeigehen deutlich in Erscheinung. Neben seiner architektonischen Eigenart birgt der Turm auch historische Details: An einer seiner Ecken ist ein Stein mit der Höhe der Allerheiligenflut von 1570 eingemauert.
Die Umgebung des Turms vermittelt einen Eindruck vergangener Zeiten. Das wuchtige Mauerwerk und das Gesamtensemble der Kirche unterstreichen den historischen Charakter des Ortes. Die Besonderheit des Turms liegt weniger in barocker Ausschmückung denn in seiner markanten Schiefstellung, die den Besucher unweigerlich fasziniert. Die Kirche selbst ist nicht täglich geöffnet, doch der Turm ist von außen jederzeit sichtbar und bildet einen markanten Punkt im ostfriesischen Kulturlandschaftsbild.