Denkmal/Gedenkstätte

Upstalsboom

Friesische Freiheit 1, 26605 Aurich

Highlights

  • Der Upstalsboom bei Aurich war im 13. und 14. Jahrhundert Versammlungsort der friesischen Landesgemeinden.
  • Auf einem frühmittelalterlichen Grabhügel errichtet, diente er als Zentrum der Friesischen Freiheit.
  • Seit 1833 erinnert eine Steinpyramide an die historische Bedeutung des Ortes.

Tipps

  • Bei leichtem Regen oder wechselhaftem Wetter sollte man trotzdem den Besuch nicht verschieben, da die Stimmung vor Ort dennoch beeindruckend sein kann.
  • Für Fahrradfahrer wäre ein sicherer Abstellplatz wünschenswert, aktuell fehlt jedoch eine offizielle Möglichkeit direkt am Gelände.
  • Bei Interesse lohnt sich eine Teilnahme an einer Führung, um die historischen Schichten des Ortes besser zu verstehen.

Eigenschaften

Parkplatz vorhanden Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Upstalsboom

Der Upstalsboom bei Aurich ist ein geschichtsträchtiger Ort in Ostfriesland und zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern der Region. Gelegen auf einem Sandrücken, der während der letzten Eiszeit entstand, handelt es sich bei dem Gelände um einen frühmittelalterlichen Grabhügel, der seit dem 8. Jahrhundert genutzt wurde. Archäologische Funde wie ein Damaszenerschwert, Glasperlen und eiserne Messer deuten auf eine Bestattungsstätte einer einst bedeutenden Familie hin. Später entwickelte sich der Hügel zu einem zentralen Versammlungsort der friesischen Landesgemeinden.

Während der Friesischen Freiheit im Mittelalter diente der Upstalsboom als Tagungsort der Abgesandten der Sieben Seelande, westlich der späteren Stadt Aurich. Dort trafen sich die Vertreter der Gemeinden, um Recht zu sprechen, Beschlüsse zu fassen und die gemeinsame Freiheit zu beschwören. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte bereits im Jahr 1216. Die Treffen fanden traditionell jährlich am Dienstag nach Pfingsten statt. Die Versammlungen spielten eine zentrale Rolle in der friesischen Selbstverwaltung, die ohne adlige Herrscher auskam und auf gewählten Vertretern der Bevölkerung beruhte.

Der Name „Upstalsboom“ lässt sich wahrscheinlich aus dem Flämisch-Brabantischen ableiten, wobei „Upstal“ für ein eingezäuntes Flurstück steht, das als Allmende genutzt wurde. Der Begriff „Boom“ bezeichnete hier keinen Baum im üblichen Sinne, sondern einen Pfahl oder Schlagbaum, an dem das Vieh aufgestallt wurde. Seit 1833 erinnert eine steinerne Pyramide an die historische Bedeutung des Ortes. Das Gelände blieb seitdem weitgehend unverändert und wird heute von der Ostfriesischen Landschaft verwaltet.

Der mystische Charakter des Ortes wird auch von Besucherinnen und Besuchern wahrgenommen, die den Upstalsboom als Ort der Ruhe und Reflexion beschreiben. Neben Spaziergängen bietet das Gelände Einblicke in die frühe Geschichte der Region. Führungen unter dem Motto „Friesische Freiheit“ ermöglichen vertiefte Einblicke in die mehr als tausendjährige Geschichte des Ortes. Die zentrale Lage und die landschaftliche Besonderheit machen den Upstalsboom zu einem lohnenswerten Ziel für Interessierte der Regionalgeschichte.

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