STUDIO FOR ARTISTIC RESEARCH
Highlights
- STUDIO FOR ARTISTIC RESEARCH zeigt seit 2017 künstlerische Projekte in Flingern, u.a. zur Krise und Geschlechtergerechtigkeit in der Kunst.
- Ausstellungen wie ‚ghosts are part of the future‘ (2019) oder ‚Don’t you fear the void‘ (2023) thematisieren Archivforschung und weibliche Positionen.
- Kooperationen mit der Kunstakademie Düsseldorf aktivieren historische Materialien und performative Neuperspektivierungen.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang zum Studio ermöglicht einen ungehinderten Besuch der Ausstellungen in der zentralen Lagerhalle.
- Die Präsentationen thematisieren gesellschaftliche Krisen und künstlerische Prozesse in einer kontrastreichen Ausstellungsgestaltung.
- Einige Veranstaltungen finden in Kooperation mit lokalen Initiativen und internationalen Künstler:innen statt, was aktuelle Diskurse sichtbar macht.
Eigenschaften
Kunstgalerie Düsseldorf-Stadtbezirk 1: Studio für Künstlerische Forschung
Das STUDIO FOR ARTISTIC RESEARCH in Düsseldorf-Stadtbezirk 1 ist ein innovatives Format für zeitgenössische Kunst, das sich als Plattform für experimentelle Projekte, Performances und kritische Diskurse etabliert hat. Eingebettet in eine 100 Quadratmeter große Lagerhalle im zentralen Stadtteil Flingern bietet das Studio ideale Bedingungen, um künstlerische Forschung und gesellschaftliche Fragestellungen zu verbinden. Besonders prägend ist das Engagement für Themen wie „Kunst und Krise“, das in Ausstellungen und Performances eine Auseinandersetzung mit den Folgen von Normalitätsbrüchen und kollektiven Erfahrungen ermöglicht.
Das Programm des Studios zeichnet sich durch eine bewusste Verbindung von lokalen und internationalen Perspektiven aus. So zeigte es etwa die Ausstellung *„ghosts are part of the future“* im Rahmen des Düsseldorfer Photo Weekends, die sich mit den Spuren der Vergangenheit in der Gegenwart auseinandersetzte. Auch die Zusammenarbeit mit der Operndorf Afrika Residence Artists und dem Projekt *„Von Fremden Ländern in eigenen Städten“* unterstreicht den Anspruch, globale Themen in urbanen Kontexten zu verhandeln. Dabei werden historische Archive der Kunstakademie Düsseldorf adaptiert und performativ neu interpretiert – etwa durch die Aktivierung von Materialien, die neue Narrative und Perspektiven auf bildproduzierende Medien wie Malerei entwickeln.
Ein zentraler Fokus liegt auf der Sichtbarmachung unterrepräsentierter Stimmen, insbesondere von nicht-männlichen Künstlerinnen. Die Gruppenausstellung *„Don’t you fear the void“* etwa vereint Positionen von Studierenden der Kunstakademie mit Interviewpartnerinnen, die seit 1967 bis heute dort wirken. Durch ein gemeinsames, alphabetisch strukturiertes Projekt entsteht ein situiertes Wissen, das historische Ausschlüsse kritisch aufarbeitet und neue Erzählweisen jenseits traditioneller Kunstgeschichten ermöglicht. Damit leistet das Studio einen Beitrag zur Dekonstruktion von Machtstrukturen in der Kunstszene.
Das STUDIO FOR ARTISTIC RESEARCH versteht sich als Labor für künstlerische Praxis, das nicht nur Ausstellungen kuratiert, sondern auch Prozesse der Wissensproduktion und Teilhabe fördert. Durch Performances wie die von Constantin Leonhard – die sowohl physisch als auch live online zugänglich sind – wird die Grenze zwischen Publikum und Künstler:innen aufgehoben. Die Ausstellungen reflektieren dabei oft buchstäblich oder metaphorisch den Akt des Verstehens, etwa durch fragmentarische Lesarten von Zerstörungserfahrungen oder die systematische Aufarbeitung von Ausschlussmechanismen. Damit bleibt das Studio ein Ort, an dem Kunst als Medium des Dialogs und der Transformation fungiert.
Als Teil des kulturellen Lebens Düsseldorfs verbindet das STUDIO FOR ARTISTIC RESEARCH lokale Initiativen mit überregionalen Diskursen – etwa durch Kooperationen mit Projekten wie *„MAP Markus Ambach“* oder durch die Einbindung von Kunstkritiker:innen wie Hans-Jürgen Hafner. Die Ausstellungen sind dabei nicht nur visuelle Erfahrungen, sondern auch intellektuelle Impulse, die zum Nachdenken über aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen anregen. Damit bleibt das Studio ein wichtiger Akteur für eine Kunst, die sich als kritischer Gegenentwurf zu etablierten Narrativen versteht.