Kirche/Kloster

Georgskapelle

55262 Ingelheim am Rhein

Highlights

  • Die St.-Georgs-Kapelle in Heidesheim ist der älteste erhaltene Sakralbau Rheinhessens und wurde in eine römische Villa rustica eingebaut.
  • Sie dient seit dem Mittelalter als Pfarrkirche und Wallfahrtsort und wurde mehrfach umgebaut, zuletzt 1665 nach einem Brand.
  • Heidesheimer Gemeinde blieb dem Bau über Jahrhunderte verbunden und setzte sich 1806 erfolgreich für dessen Erhalt ein.

Tipps

  • Die St.-Georgs-Kapelle liegt inmitten historischer Obstfelder nördlich von Heidesheim, gut erreichbar zu Fuß oder mit dem Rad.
  • Auf dem Gelände befinden sich Sitzgelegenheiten und informative Tafeln zur Geschichte der Kapelle und der Umgebung.
  • Die Kapelle selbst ist teilweise erhalten und zeigt Spuren römischer Bauten sowie mittelalterlicher Umbauten, darunter eine gotische Fensteröffnung.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Georgskapelle

Die Georgskapelle in Ingelheim am Rhein ist ein geschichtsträchtiger Sakralbau, der sich im Norden des Ortsteils Heidesheim befindet. Inmitten von Obstwiesen gelegen, thront sie zwischen Bahnlinie und Autobahn von Rüsselsheim nach Bingen und zählt zu den ältesten erhaltenden Kirchengebäuden Rheinhessens. Ihre Wurzeln reichen bis in die Spätantike zurück, als sie vermutlich als Landkirche eines Bischofs von Mainz errichtet wurde. Noch heute sind Teile der ursprünglichen römischen Villa rustica erhalten, darunter zwei Wände mit originaler Fugenbemalung außen und historischem Wandputz innen.

Die wechselvolle Geschichte der Kapelle spiegelt sich in ihren baulichen Veränderungen wider. Schon früh wurde sie von fränkischen Siedlern aufgesucht, die sich ab dem frühen Mittelalter hier niederließen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude mehrfach umgebaut und erweitert, so unter anderem durch den Anbau einer Apsis im 10. Jahrhundert sowie später durch einen geraden Chor. Eine gotische Spitzbogenaussparung in der Giebelwand erinnert noch heute an die gotische Bauphase. Die Weihe der Kapelle fand am Tag des heiligen Georg statt, weshalb dieser Heilige als Namensgeber fungiert und einst die Pfarrkirche der Gemeinde darstellte.

Besondere Bedeutung erlangte die St.-Georgs-Kapelle durch Wallfahrten, die bereits im Mittelalter stattfanden. Pilger zogen hierher, um am Fest des heiligen Georg teilzunehmen, das in Heidesheim mit feierlichen Prozessionen begangen wurde. Diese Tradition hielt bis ins 18. Jahrhundert an. Auch der Adel zeigte sich engagiert: So wurde die Kapelle nach einem Brand im Jahr 1665 vom Reichsfreiherrn Philipp Erwein von Schönborn wiederaufgebaut, der auch das nötige Zehntrecht zur Finanzierung der Gottesdienste sicherte. Die Bevölkerung unterstützte den Wiederaufbau tatkräftig und bewahrte so die Verbundenheit zur Kapelle über Jahrhunderte hinweg.

Heute steht die Georgskapelle unter Denkmalschutz und gilt als Zeugnis lebendiger christlicher Tradition im rheinland-pfälzischen Ingelheim. Die Tür ist meist verschlossen, um Vandalismus vorzubeugen, doch laden Sitzgelegenheiten und informative Tafeln zu einem kleinen Spaziergang und Momenten der Ruhe ein. Die unmittelbare Umgebung sowie die historische Ausstattung machen die Kapelle zu einem lohnenswerten Ausflugsziel für Kultur- und Geschichteinteressierte. Mit einem Bewertungsdurchschnitt von 4,7 von 5 Sternen bei Google wird sie regelmäßig als „schöne kleine Kapelle auf historischem Boden“ beschrieben – ein Ort, der bis in die Keltenzeit reicht und Besucher mit seiner besonderen Atmosphäre fesselt.

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