Denkmal/Gedenkstätte

Geschützremise

Esplanade 5, 85055 Ingolstadt

Highlights

  • Die Geschützremise in Ingolstadt ist ein historisches Bollwerk aus dem 16. Jahrhundert, Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung.
  • Erbaut um 1540, diente sie als Kasematte für Geschütze und war bombensicher mit Kasematten und Erdaufschüttung.
  • Einzigartig erhaltene Wehrarchitektur der Ingolstädter Landesfestung, heute als Baudenkmal geschützt.

Tipps

  • Ein barrierefreier Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität den Eintritt über einen rollstuhlgerechten Weg entlang der historischen Anlage.
  • Die Anlage bietet Einblicke in die militärische Architektur der Renaissance, darunter halbkreisförmige Wehrtürme und unterirdische Kasematten mit originaler Ausführung.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Geschützremise Ingolstadt – Kulturdenkmal erkunden

Die Geschützremise in Ingolstadt ist ein historisches Bauwerk, das als Teil der städtischen Festungsanlagen des 19. Jahrhunderts fungierte. Als langgestreckter zweigeschossiger Sichtziegelbau mit Satteldach entstand die Anlage vermutlich um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Ihr charakteristisches Erscheinungsbild prägt ein dreischiffiges Innenraumkonzept, das durch hölzerne Stützenkonstruktionen strukturiert wird. Die Geschützremise diente ursprünglich der Lagerung und Wartung von Artilleriegeschützen und war damit ein zentraler Bestandteil der militärischen Infrastruktur Ingolstadts.

Ingolstadt entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer strategisch bedeutenden Stadt, insbesondere als „Landesfestung“ ab dem frühen 19. Jahrhundert. Die Geschützremise ist dabei Teil eines größeren Ensembles aus Befestigungsanlagen, das sich entlang der mittelalterlichen Stadtmauer entfaltete. Während die ursprünglichen mittelalterlichen Mauern und Wehrtürme heute nur noch fragmentarisch erhalten sind, zeugen spätere Kasematten und Bollwerke wie die Kugel-Kasematte oder die Harder-Kasematte von der militärischen Vergangenheit der Region. Diese Anlagen wurden im 16. und 17. Jahrhundert errichtet und dienten der Verteidigung gegen äußere Bedrohungen.

Die Geschützremise selbst wurde im 19. Jahrhundert als Teil einer zweiten Ausbauphase der Festungsanlagen konzipiert, die durch die Erklärung Ingolstadts zur „Landesfestung“ 1804 eingeleitet wurde. Neben ihr entstanden weitere Zwischenwerke und Forts, von denen jedoch die meisten im Zweiten Weltkrieg gesprengt wurden. Die Geschützremise überstand diese Ereignisse weitgehend unbeschadet und wurde später für andere Zwecke adaptiert. Heute ist sie ein Zeugnis der militärischen Architektur des 19. Jahrhunderts und ein Beispiel für den Übergang von mittelalterlichen Befestigungsanlagen zu modernen Festungsbauten.

Das Gebäude steht als Teil des historischen Stadtgefüges Ingolstadts unter Denkmalschutz und spiegelt die historische Entwicklung der Stadt wider. Die Altstadt mit ihrem mittelalterlichen Bering, den erhaltenen Torbauten wie dem Kreuztor und den später angelegten Kasematten bildet ein einzigartiges Ensemble, das bis heute die Stadtprägung bestimmt. Die Geschützremise ist dabei nicht nur ein architektonisches Denkmal, sondern auch ein Stück Stadtgeschichte, das die militärische und strategische Bedeutung Ingolstadts in verschiedenen Epochen verdeutlicht.

Für Besucher bietet die Geschützremise einen Einblick in die technische und bauliche Entwicklung der Festungsarchitektur. Obwohl sie heute keine militärische Funktion mehr erfüllt, bleibt sie ein bedeutendes Kulturdenkmal, das die Verbindung von Ingenieurskunst und Stadtgeschichte verkörpert. Die Anlage ist damit nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein Beispiel für die anhaltende Bedeutung historischer Bauten als Teil des kulturellen Erbes Ingolstadts.

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