Museum

Opfer Militärjustiz

85049 Ingolstadt

Highlights

  • Opfer der Militärjustiz in Ingolstadt umfassen auch Deserteure, die sich dem Wehrdienst entzogen.
  • In Deutschland wurden solche Fälle historisch vor Militärgerichte gestellt und mit Haft bestraft.
  • Das Mahnmal in Ingolstadt erinnert seit 1999 auch an Opfer der NS-Zeit und Kriegstote.

Tipps

  • Parkplätze sind begrenzt, vorab prüfen lohnt sich.
  • Mahnmal im Luitpoldpark ist barrierefrei zugänglich.
  • Führungen sind auf Anfrage möglich, rechtzeitig anmelden.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Opfer Militärjustiz

Das Mahnmal „Opfer Militärjustiz“ in Ingolstadt erinnert an die Opfer der militärischen Rechtsprechung, insbesondere an Soldaten, die sich während der Zeit des Nationalsozialismus und davor dem Wehrdienst entzogen haben. Es thematisiert die historischen Hintergründe von Fahnenflucht, Desertion und strafrechtlicher Verfolgung im Militär. Der Begriff „Desertion“ bezeichnet das unerlaubte Fernbleiben von militärischen Pflichten, während „Totalverweigerer“ oder historisch „Refrakteure“ jene bezeichneten, die bereits vor der Musterung oder dem Eid die Wehrpflicht verweigerten. In Kriegs- wie Friedenszeiten wurden solche Handlungen häufig mit hohen Freiheitsstrafen oder sogar mit dem Tode bestraft.

Im Deutschen Kaiserreich wurde Fahnenflucht im Militär-Strafgesetzbuch geregelt. Je nach Schwere der Tat und Wiederholungsfallen wurden Strafen von mehreren Monaten bis hin zu lebenslanger Haft oder Todesstrafe verhängt. Besonders schwerwiegende Fälle, etwa im Felde begangen oder mit Feigheit vor dem Feind, wurden mit drakonischen Maßnahmen geahndet. Diese historischen Kontexte spiegeln sich im Mahnmal wider, das nicht nur an die Opfer der Militärjustiz erinnert, sondern auch die Mechanismen staatlicher Repression im militärischen System verdeutlicht.

Das Mahnmal ist Teil einer umfassenden Gedenkstätte im Luitpoldpark im Westen von Ingolstadt. Es wurde 1999 im Zuge einer neuen Gedenkkultur eingeweiht, die sowohl die Opfer des Nationalsozialismus als auch die Kriegstoten der Weltkriege einbezieht. Die künstlerische Gestaltung stammt von Dagmar Pachtner und umfasst unter anderem blaue Stelen mit Porträts von verfolgten und ermordeten Personen sowie markante Elemente, die an die historische Funktion des Ortes erinnern. Ein ergänzender Raum im Stadtmuseum zeigt sogenannte Lebensbücher, die Forschungsergebnisse und biografische Daten dokumentieren.

Besucher*innen erhalten an diesem Ort die Möglichkeit, sich mit einer oft übersehenen Opfergruppe auseinanderzusetzen: jenen Soldaten, die aus Gewissensgründen oder aus Angst vor dem Kriegsgefangenenlager flohen und dafür mit lebenslanger Haft oder dem Tod bestraft wurden. Die Darstellung bleibt sachlich und sensibel zugleich, ohne den historischen Kontext zu beschönigen oder zu dramatisieren. Einige Besucher bemerkten, dass der Zugang zum Gelände eingeschränkt sein kann und der Ort gelegentlich als geschlossen empfunden wird.

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