Haus Letmathe
Highlights
- Haus Letmathe steht auf einer seit dem 11. Jahrhundert besiedelten Burganlage; das heutige Gebäude als Wehranlage 1473 mit Schießscharte errichtet.
- 1975 übernahm die Stadt Iserlohn das den Abriss verhinderte Gebäude, das heute Heimatmuseum und Stadtbücherei beherbergt.
- Die Familie von Letmathe besaß das Haus erstmals 1231; 1409 ging es an die Herren von Westhove, 1576 an die Familie von Brabeck.
Tipps
- Im Keller des Gebäudes sind originale Umfassungsmauern aus dem 15. Jahrhundert erhalten, die durch spätere Einbauten ergänzt wurden und die mittelalterliche Bauweise dokumentieren.
- Das Heimatmuseum und die integrierte Stadtbücherei ermöglichen einen thematischen Rundgang durch die regionale Geschichte sowie den Zugang zu Literatur und Archivalien vor Ort.
Eigenschaften
Museum Letmathe – Kultur in Iserlohn
Bereits im 11. Jahrhundert gab es auf dem Gelände eine Burganlage, die 1376 als verfallen beschrieben wurde – ein Hinweis darauf, dass sie noch bedeutend früher entstanden sein muss. Das heutige Gebäude, ein ehemaliger Herrensitz, wurde 1473 als Wehranlage aus grobem Kalksteinmauerwerk errichtet und war von einem Wassergraben umgeben. Noch heute ist an der Nordseite eine originale Schießscharte zu sehen, die von der militärischen Funktion des Bauwerks zeugt.
Der trapezförmige Grundriss des Hauses bestand ursprünglich aus zwei rechteckigen Baukörpern im Norden und Süden, die durch einen Torturm im Westen verbunden waren. Im Keller sind bis heute die ursprünglichen Umfassungsmauern erhalten, in die im Laufe der Zeit neue Durchbrüche eingebaut wurden. Die Geschichte des Gebäudes ist eng mit den Adelsfamilien der Region verknüpft: Die von Letmathe wurden erstmals 1231 urkundlich erwähnt, bevor das Haus 1409 an die Herren von Westhove und später 1576 an die Familie von Brabeck überging. Diese vermietete es an verschiedene Nutzer, bis es 1954 an die Stadt Letmathe und schließlich 1971 an die Firma Hoesch gelangte. Dank des Einsatzes engagierter Heimatfreunde konnte es 1975 vor dem Abriss bewahrt und an die Stadt Iserlohn übergeben werden.
Heute beherbergt das Haus Letmathe zwei bedeutende kulturelle Einrichtungen: das Heimatmuseum und die Stadtbücherei. Das Museum gibt Einblicke in die regionale Geschichte, von der Besiedlung bis zur Entwicklung der Adelsfamilien und des Ortes selbst. Die Bücherei ergänzt das Angebot mit einem umfangreichen Bestand an Literatur, der sowohl lokale als auch überregionale Themen abdeckt. Beide Einrichtungen sind Teil eines Fördervereins, der 2000 gegründet wurde, um die Sanierung und den Erhalt des historischen Gebäudes zu sichern.
Besucher können sich auf eine Zeitreise durch die Geschichte begeben, während sie durch die originalen Mauern und Räume schreiten. Das Haus Letmathe steht damit nicht nur als architektonisches Denkmal, sondern auch als lebendiger Ort der Erinnerung und des kulturellen Austauschs – ein zentraler Punkt für alle, die sich für die Traditionen und die lebendige Vergangenheit Iserlohn-Letmathe interessieren.
Durch seine einzigartige Kombination aus Museum, Bücherei und historischer Architektur ist das Haus Letmathe ein Magnet für Geschichtsinteressierte, Familien und alle, die die regionale Kultur aktiv erleben möchten. Es zeigt, wie aus einer alten Wehranlage ein Ort der Begegnung wurde, der bis heute die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart lebendig hält.