Auf dem Giebel
Highlights
- Das Naturschutzgebiet Auf dem Giebel in Neuenrade umfasst 50,3 Hektar und schützt naturnahe Laubwälder, Grünlandflächen und Wacholderheiden.
- Im Gebiet leben seltene Tier- und Pflanzenarten, darunter Buchenwälder, Eichenmischwälder und bachbegleitende Erlen-Eschenwälder.
- Die Flächen sind durch historische Hutewälder, Totholzstrukturen und extensiv beweidete Grünlandbereiche geprägt.
Tipps
- Das Naturschutzgebiet 'Auf dem Giebel' liegt nahe Altena-Dahle im Märkischen Kreis und umfasst verschiedene Biotope wie Laubwälder, Magerwiesen und eine Wacholderheide.
- Im NSG können seltene Tier- und Pflanzenarten beobachtet werden, insbesondere in den naturnahen Lebensräumen entlang der Bäche Ismecke und Isenbach.
- Für Besucher gelten keine spezifischen Öffnungszeiten, der Zugang ist grundsätzlich möglich, jedoch sollte der Naturschutz beachtet werden.
Eigenschaften
Über Auf dem Giebel
Das Naturschutzgebiet „Auf dem Giebel“ liegt im nordrhein-westfälischen Neuenrade und gehört zum Märkischen Kreis. Es befindet sich etwa einen Kilometer nördlich von Altena-Dahle und erstreckt sich über eine Fläche von rund 50 Hektar. Das Gebiet ist im Naturraum des Märkischen Oberlandes angesiedelt und weist eine landschaftliche Vielfalt auf, die von Laubwäldern über Grünlandflächen bis hin zu Wacholderheiden reicht. Seit dem Jahr 1949 ist das Areal unter Naturschutz gestellt, wobei die rechtliche Wirksamkeit der Schutzverordnung bis ins Jahr 2036 festgelegt ist.
Im Zentrum des Naturschutzgebietes liegt eine etwa 11 Hektar große Fläche, die extensiv beweidet wird. Diese Grünlandfläche besteht überwiegend aus Fettweiden, Nassweiden und Magerweiden, die bei einer naturverträglichen Bewirtschaftung eine hohe ökologische Wertigkeit erreichen können. Im Südwesten des Gebietes finden sich sogenannte Hutewälder, die durch mächtige Huteeichen und Rotbuchen geprägt sind. Diese Wälder weisen einen hohen Anteil an Totholz auf und bieten Lebensraum für verschiedene standörtlich typische Pflanzenarten wie Wolliges Honiggras, Rotschwingel und Heidelbeere. Auch die Strauchschicht ist durch den Wacholder charakterisiert, der als Zeuge historischer Landnutzungsformen gilt.
Weitere strukturelle Elemente des NSG sind Vorwaldstadien sowie Sukzessionsflächen, die teilweise nach Sturmschäden aufgeforstet wurden. Im nordöstlichen Bereich prägen die Bäche Ismecke und Isenbach die Landschaft. Hier finden sich bachbegleitende Erlen-Eschen-Auenwälder sowie Nasswiesen und kleinere Borstgrasrasen. Diese Feuchtbiotope tragen zur Artenvielfalt des Gebietes bei und sind Lebensräume für verschiedene seltene Tier- und Pflanzenarten. Die Schutzziele des Naturschutzgebietes umfassen unter anderem die Erhaltung und Wiederherstellung naturnaher Laubwälder, Grünlandbereiche sowie Wacholderheiden. Ein langfristiges Ziel ist es, die natürliche Waldentwicklung zu fördern, insbesondere durch Naturverjüngung statt künstlicher Aufforstung.
Das NSG „Auf dem Giebel“ ist durch seine landschaftliche Vielfalt und strukturelle Eigenart gekennzeichnet. Die Kombination aus Wald, Heide und Grünland bietet ein Mosaik unterschiedlicher Biotope, die sowohl selten als auch besonders schutzwürdig sind. Neben der Arten- und Biotopschutzfunktion spielt auch der Erhalt der kulturhistorischen Nutzungsformen eine Rolle, wie etwa die Beweidung der Grünlandflächen und die Erhaltung der Hutewälder. Diese Flächen dokumentieren die langjährige Wechselwirkung zwischen Natur und landwirtschaftlicher Nutzung und tragen zur landschaftlichen Vielfalt im südlichen NRW bei.