Strickherdicker Bachtal
Highlights
- Der Strickherdicker Bach fließt 3,32 Kilometer lang durch Fröndenberg und mündet in die Ruhr.
- Das Naturschutzgebiet Strickherdicker Bachtal wurde 2001 ausgewiesen und umfasst 23 Hektar.
- Der Bach wurde 1934 begradigt und im Südteil renaturiert, um das ökologische Entwicklungspotenzial zu fördern.
Tipps
- Wanderwege im Naturschutzgebiet Strickherdicker Bachtal bieten gute Gelegenheiten zur Beobachtung von Flora und Fauna entlang des renaturierten Bachlaufs.
- Der südliche Teil des Bachtals ist besonders reizvoll, da hier ein mäandrierender Bachverlauf und verschiedene Feuchtbiotope wie Hochstaudenfluren und Röhrichte zu finden sind.
- Aufgrund der historischen Nutzung und renaturierter Abschnitte eignet sich das Gebiet für naturkundliche Exkursionen mit Fokus auf Flussauenökologie und Landschaftsentwicklung.
Eigenschaften
Über Strickherdicker Bachtal
Das Strickherdicker Bachtal liegt im nordrhein-westfälischen Kreis Unna und erstreckt sich im Südosten der Stadt Fröndenberg. Es umfasst den östlich der Bundesstraße 233 gelegenen Abschnitt des Strickherdicker Baches, eines rund 3,3 Kilometer langen Fließgewässers, das von rechts in die Ruhr mündet. Das Tal erstreckt sich vom südlichen Ortsende Strickherdicke bis zum nördlichen Beginn des Ortsteils Langschede und zählt seit dem Jahr 2001 zu den ausgewiesenen Naturschutzgebieten. Mit einer Fläche von rund 23 Hektar beherbergt das Gebiet vielfältige Lebensräume und gilt als bedeutsamer Biotopverbund im landschaftlichen Raum zwischen Niedersauerland und Hellwegbörde.
Geprägt wird das Bachtal vom Lauf des Strickherdicker Baches, der auf einer Höhe von etwa 195 Metern über Normalhöhennull entspringt und schließlich rund 80 Meter tiefer in die Ruhr mündet. Der Bach wird auf seiner linken Seite vom Strickherdicker Siepen gespeist und durchquert ein landschaftlich reizvolles Tal mit feuchten Grünlandflächen, Hochstaudenfluren, Seggenriedern und naturnahen Laubwäldern. Besonders im südlichen Teil des Naturschutzgebiets entstanden in den zurückliegenden Jahrzehnten brachgefallene Flächen, die heute wertvolle Lebensräume für verschiedene bedrohte Pflanzengesellschaften bieten. Die Hangkanten sind durch Eichen- und Buchenhangwälder geprägt, während im Südosten kleinflächige Pappelwäldchen mit Erlenunterwuchs zu finden sind.
Das Bachtal ist durch eine bewegte Nutzungsgeschichte geprägt. Im Jahr 1934 wurde der Bach im Zuge von Arbeiten des nationalsozialistischen Arbeitsdienstes begradigt, was zu einer tiefen Einbindung des Gewässers in das Gelände führte. Diese Maßnahme hatte langfristige Auswirkungen auf den Wasserhaushalt und die angrenzenden Nasslebensräume. Um die ökologischen Funktionen des Bachtals wiederherzustellen, erfolgte in jüngster Zeit eine Renaturierung des Bachlaufs im Südteil des Gebiets. Dabei wurde ein mäandrierender Verlauf wiederhergestellt, um die Durchgängigkeit des Gewässers zu verbessern und die natürliche Wasserführung zu fördern. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Feuchtbiotope im Tal langfristig zu erhalten und den lokalen Biotopverbund zu stärken.
Das Naturschutzgebiet schützt nicht nur die vielfältigen Lebensräume entlang des Baches, sondern auch die landschaftliche Eigenart des Tals. Zu den schutzwürdigen Biotoptypen gehören neben dem Bachlauf selbst auch Quellfluren, Teiche, Hochstaudenfluren, Glatthaferwiesen sowie verschiedene Grünland- und Waldbiotope. Kleingewässer im Gebiet dienen sowohl als Biotopstrukturen als auch zur Förderung der Artenvielfalt. Die extensive Bewirtschaftung der Grünflächen wird im Rahmen des Gebietsschutzes weitergeführt, um Verbuschungen zu verhindern und die offenen Lebensräume zu erhalten. Die intensiv bewirtschafteten Bereiche sollen langfristig extensiviert werden, um den ökologischen Zustand des Tals weiter zu verbessern.