Ausflug Kultur

Entstehung des Lebens

Goethestraße 1, 07743 Jena

Highlights

  • Das Jenaer Stadtschloss entstand ab dem 13. Jahrhundert und diente zunächst als Residenzschloss der Herrscher von Sachsen-Jena.
  • 1905 wurde das Schlosskomplex abgerissen, um Platz für das neue Universitätshauptgebäude in Jena zu schaffen.

Eigenschaften

Ganzjährig

Kultur-Ausflug zur Entstehung des Lebens in Jena entdecken

Inmitten der historischen Altstadt von Jena, im Stadtteil Nord, erzählt der ehemalige Standort des Stadtschlosses Jena eine faszinierende Geschichte von Wandel und Wissenschaft. Ursprünglich als Residenzschloss im 13. Jahrhundert erbaut, wurde das Gebäude im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und erhielt seine heutige Bedeutung erst nach dem Aussterben der Linie Sachsen-Jena. Von da an diente es nicht nur als Bibliothek und Museum, sondern beherbergte auch bedeutende wissenschaftliche Sammlungen – ein frühes Zentrum des Wissens in der Stadt, die später zur Universität Jena wurde. Das Schloss befand sich in der nordöstlichen Ecke der ehemaligen Stadtbefestigung und erstreckte sich über einen Geländeabschnitt von etwa 90 Metern entlang des Fürstengrabens bis zur Schlossgasse sowie rund 70 Meter entlang des Löbdergrabens. Der markanteste Teil des Schlosskomplexes war der sogenannte Wilhelmerbau, ein massiver, dreigeschossiger Steinbau aus dem Jahr 1660. Mit seiner schlichten, dennoch eleganten Fassade, verziert mit Rocaillekartuschen am Portal und den Fenstern des Mittelrisalits, präsentierte sich das Gebäude repräsentativ und dennoch zurückhaltend. Das markante Dach mit zehn Gauben und ein begehbarer Altan mit schmiedeeiserner Balustrade krönten das Gebäude und boten einen beeindruckenden Ausblick über die Stadt. Vor dem Eingang des Schlosses standen zwei steinerne Kugeln, jeweils einen halben Fuß Durchmesser messend, die vom Mathematiker Erhard Weigel angefertigt wurden. Sie symbolisierten den Himmels- und den Erdglobus und verdeutlichten den engen Bezug des Ortes zur Wissenschaft. Über dem Portal thronten zwei Wappen – eines mit den Initialen von Ernst August II. von Sachsen-Weimar-Eisenach und das andere mit dem sächsischen Wappen – verziert mit Rokokoranken und somit ein Zeugnis der damaligen Herrschertradition. Das Erdgeschoss des Hauptgebäudes beherbergte unter anderem einen repräsentativen Saal von etwa 10 mal 12 Metern, während die weiteren Räume vielfältige Funktionen erfüllten – von Bibliotheksräumen bis hin zu Ausstellungsbereichen für naturkundliche und archäologische Sammlungen. Diese multifunktionale Nutzung unterstrich die Bedeutung des Schlosses als kultureller und wissenschaftlicher Knotenpunkt der Region. Doch im Jahr 1905 wich das alte Schloss dem Neubau des Universitätshauptgebäudes, das bis heute ein Wahrzeichen der Stadt darstellt. Heute erinnert lediglich der Name und die ehemalige Lage des Schlosses an diesen wichtigen Ort der jenischen Geschichte. Der Platz, an dem einst das Stadtschloss stand, bleibt ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austauschs – ein symbolischer Ausgangspunkt für alle, die sich für die Entstehung des Lebens in Jena und dessen Entwicklung vom Fürstentum zur modernen Universitätsstadt interessieren.

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