Denkmal/Gedenkstätte

Haus Auerbach

Schaefferstraße 9, 07743 Jena

Highlights

  • Das Haus Auerbach in Jena wurde 1924 von Walter Gropius und Adolf Meyer entworfen und ist ihr letztes gemeinsames Projekt.
  • Es zählt zum Neuen Bauen und zeigt eine avantgardistische Kubusarchitektur mit Flachdach, Loggia und farblich gestalteten Innenräumen.
  • Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und wurde nach langer Leerstandzeit originalgetreu restauriert.

Tipps

  • Das Haus Auerbach in Jena ist ein architektonisches Werk von Walter Gropius und Adolf Meyer aus dem Jahr 1924 und steht unter Denkmalschutz.
  • Besucher können das Gebäude nach vorheriger Absprache besichtigen, um die moderne Architektur des Neuen Bauens hautnah zu erleben.
  • Das Flachdach mit Dachterrasse, die stählerne Loggia und die klare geometrische Form sind besondere architektonische Merkmale des Hauses.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Haus Auerbach

Das Haus Auerbach in Jena ist ein bedeutendes architektonisches Werk des Neuen Bauens und zählt zu den frühen privaten Projekten von Walter Gropius, das er gemeinsam mit Adolf Meyer entwarf. Errichtet wurde das Gebäude 1924 im Jenaer Westviertel als Wohnhaus für das Ehepaar Felix und Anna Auerbach. Es verkörpert stilprägende Elemente der Bauhaus-Ästhetik sowie Einflüsse der Künstlervereinigung De Stijl. Die klare geometrische Formensprache, die innovative Bauweise und die funktionalistische Raumordnung machen das Haus zu einem bemerkenswerten Zeugnis der Moderne in Thüringen.

Der Baukörper besteht aus zwei sich rechtwinklig durchdringenden Quadern, die in einem schlichten, glatt verputzten Mauerwerk aus Jurkostein errichtet wurden. Diese Baustoffe, bestehend aus Schlackenbeton und Zementbindung, entsprachen den zeitgenössischen Bestrebungen nach rationeller und moderner Bauweise. Das dreigeschossige Gebäude mit Flachdach verfügt über eine Dachterrasse, einen Balkon sowie eine stahlkonstruierte Loggia, die als Wintergarten fungiert. Die klare Trennung zwischen Wohn- und Wirtschaftsbereich ist von außen nicht sichtbar. Die Fenster sind unterschiedlich geformt und orientieren sich an der Industriearchitektur der Zeit.

Ein besonderes Merkmal des Hauses ist seine originale Farbgestaltung, die während der Restaurierung in den 1990er Jahren wiederentdeckt wurde. Das Farbkonzept stammt von Alfred Arndt und zeichnet sich durch pastellfarbene Innenräume aus, die in Weiß, zartrot, pastellblau, helltürkis, olivgrün und taubengrau gehalten sind. Die Farbflächen erstrecken sich nicht nur entlang der Raumkanten, sondern auch innerhalb der Flächen und tragen somit zur räumlichen Dynamik bei. Diese Farbigkeit unterstreicht den modernistischen Anspruch des Gebäudes und hebt es innerhalb der damaligen Architekturlandschaft hervor.

Das Haus Auerbach blieb nach dem gemeinsamen Suizid der Bewohner 1933 lange ungenutzt, ehe es nach aufwändigen Restaurierungsarbeiten unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die Sanierung erfolgte mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und ermöglichte die Erhaltung der originalen Bausubstanz sowie der historischen Ausstattung. Das Gebäude beeinflusste später weitere Architekturprojekte, darunter das Haus Trettner in Weimar von Johannes Otto Berger, und gilt als wegweisendes Beispiel für die Architektur des frühen 20. Jahrhunderts in Deutschland.

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