Klara Griefahn
Highlights
- Klara Griefahn, 1897 in Budapest geboren, war eine jüdische Ärztin, die 1945 in Jena durch Freitod der Deportation entging.
- Sie führte in Jena die ersten kostenlosen Mütterberatungen ein und half trotz Verfolgung vielen Bürgern medizinisch.
- 1943 durch eine Freundin denunziert, verlor sie ihre Approbation und wurde 1945 nach Drohung der Deportation tot aufgefunden.
Eigenschaften
Über Klara Griefahn
Die Gedenkstätte für Klara Griefahn in Jena erinnert an das Schicksal einer jüdischen Ärztin, die ihr Leben im Widerstand gegen die nationalsozialistische Verfolgung beendete. Klara Griefahn, ursprünglich als Klara Hoffmann in Budapest geboren, studierte Medizin und ließ sich nach ihrem Umzug nach Jena als Ärztin nieder. In den 1920er Jahren etablierte sie zusammen mit ihrem Mann Siegfried Griefahn eine medizinische Praxis in Lobeda, einem Stadtteil von Jena. Sie engagierte sich besonders in der Frauen- und Säuglingsfürsorge und führte in Jena die ersten kostenlosen Mütterberatungen ein.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten verschlechterte sich ihre berufliche und persönliche Situation. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wurde ihr 1933 die ärztliche Tätigkeit untersagt. Dennoch half sie weiterhin illegal in der Praxis ihres Mannes. 1943 wurde ihre jüdische Abstammung durch eine Bekannte verraten. Sie wurde mehrfach von der Gestapo verhört, erhielt die Approbation entzogen und musste den Zwangsnamen „Sara“ annehmen. Ihre Kinder wurden als „Mischlinge ersten Grades“ diskriminiert. Trotz der andauernden Repressionen weigerte sich ihr Mann, sich von ihr scheiden zu lassen, was ihr den Schutz seiner Loyalität verschaffte.
Im Januar 1945 erhielt Klara Griefahn einen Deportationsbescheid nach Theresienstadt. In der Nacht vor dem geplanten Transport entschied sie sich zum Freitod durch eine Überdosis Morphium. Ihr Abschiedsbrief mit dem Satz „lieber Tot als Sklav“ zeugt von ihrem verzweifelten Widerstand gegen die Entrechtung und Verfolgung. Tragischerweise überlebten alle anderen Jenaer Juden, die mit demselben Transport deportiert wurden, den Krieg und kehrten nach Jena zurück. Ihre Beerdigung fand auf dem Friedhof von Lobeda statt und zog trotz der damaligen Bedrohungslage viele Menschen an.
Als Zeichen der Erinnerung und Wertschätzung wurde 1945 die Straße, in der Klara Griefahn zuletzt gelebt hatte, in Klara-Griefahn-Straße umbenannt. Nach der politischen Wende erfolgten weitere Ehrungen, darunter die Verlegung eines Stolpersteins in Jena-Lobeda. Die Erinnerung an Klara Griefahn steht exemplarisch für das Schicksal vieler jüdischer Bürgerinnen und Bürger unter dem NS-Regime und mahnt zugleich zur Wachsamkeit gegenüber Diskriminierung und Ausgrenzung.