Denkmal/Gedenkstätte

Phyletisches Museum

Vor dem Neutor 1, 07737 Jena

Highlights

  • Gegründet 1907 von Ernst Haeckel, zeigt das Phyletische Museum Jena über 250.000 Insekten, darunter 25.000 neu integrierte Falter seit 2016.
  • Barrierefreier Zugang mit rollstuhlgerechtem Eingang und WC; Fossilien wie Goethes Stier und Bromacker-Typen aus Thüringen sind ausgestellt.
  • Sammlungen reichen bis 1779 zurück, mit historischen Präparaten wie Auerochsen-Skelett und Haeckels Tropensammlungen vom Roten Meer und Sri Lanka.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang erfolgt über den rollstuhlgerechten Eingang von der Rückseite des Museums, wobei der Weg über den Hof vom Schillergässchen oder der Neugasse möglich ist.
  • Auf den gepflasterten Wegen mit Steinen und leichten Steigungen sollte bei der Planung des Besuchs eine angemessene Zeit für das Gehen eingeplant werden.
  • Ein rollstuhlgerechtes WC steht für Besucher zur Verfügung, um den Aufenthalt behindertengerecht zu gestalten.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Phyletisches Museum Jena – Kultur-Ausflug

Das Phyletische Museum in Jena ist eines der bedeutendsten Museen zur Evolutionsbiologie und Stammesgeschichte Deutschlands. Gegründet 1907 von dem renommierten Naturforscher Ernst Haeckel, vereint es eine einzigartige Sammlung zoologischer und paläontologischer Exponate, die über zwei Jahrhunderte Naturgeschichte dokumentieren. Im Mittelpunkt stehen Haeckels eigene Aufsammlungen aus dem Roten Meer, dem Indischen Ozean und Sri Lanka, die seine visionäre Forschung prägten. Die Sammlungen umfassen heute mehr als 250.000 Insekten, historische Präparate wie das Skelett des Auerochsen – bearbeitet von Goethe – sowie Fossilien aus der Region und dem weltberühmten Bromacker im Thüringer Wald.

Besucher erwartet eine faszinierende Vielfalt an Ausstellungen, die von der Ontogenie (individuelle Entwicklung) bis zur Phylogenie (Stammesgeschichte) reichen. Die Trockensammlung beherbergt über 100 in Thüringen aufgefundene Wildkatzen sowie Hartschalen von Weichtieren, während die Nasssammlung mit über 2.000 Ethanol-Gläsern historische Stücke aus Haeckels Zeit zeigt. Die Fossiliensammlung verbindet lokale Funde mit internationaler Bedeutung, etwa durch Typusexemplare aus dem Bromacker. Das Museum bietet barrierefreie Zugänge – sowohl über den rollstuhlgerechten Haupteingang als auch durch den Hof – und richtet sich mit Führungen, Schulprogrammen und einem Audioguide an ein breites Publikum.

Seit seiner Gründung hat das Museum eine wechselvolle Entwicklung durchlaufen: Die Wurzeln reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück, als Herzog Carl August von Sachsen-Weimar das Naturalienkabinett von Johann Christian Walch erwarb. Unter Haeckel erlebte die Sammlung einen ersten Höhepunkt, bevor sie im 20. Jahrhundert durch Umbauten und Übernahmen weiterer Bestände – etwa aus anderen Universitätsinstituten – weiter gewachsen ist. Heute steht das Museum vor einem modernen Ausbauprojekt, das größere Sonderausstellungen und einen direkten Zugang zu den Magazinschätzen ermöglichen soll. Geplant ist zudem eine Ausstellung zu Ernst Haeckel, die sein wissenschaftliches Erbe kritisch aufarbeitet.

Das Phyletische Museum ist nicht nur ein Ort der Wissenschaft, sondern auch ein lebendiges Labor der Vermittlung. Der Förderverein unterstützt die Arbeit durch Spenden, während das Team aus Präparatoren, Kuratoren und Museumspädagogen regelmäßig neue Projekte realisiert – von Museumsrallyes für Kinder bis zu Forschungszusammenarbeiten. Mit seiner einzigartigen Kombination aus Geschichte, Forschung und Bildung bleibt das Museum ein zentraler Anziehungspunkt für alle, die sich für die Evolution und die Vielfalt des Lebens begeistern.

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…