Denkmal/Gedenkstätte

Biotop Bund Naturschutz

Mooswiesenweg 4, 84555 Jettenbach-Grafengars

Highlights

  • Seit 1996 pflegen Rinder im Jettenbacher Talraum als Landschaftshelfer Biotope durch extensive Beweidung.
  • Wasserbüffel ergänzen seit 2011 die Rinder als natürliche Landschaftsgestalter im Projekt des BN.
  • Das Projekt zeigt seit über 20 Jahren, wie extensive Beweidung Kulturlandschaft und Artenvielfalt fördert.

Tipps

  • Ein barrierefreier Zugang ermöglicht die Erkundung des Geländes auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen entlang ausgewählter Wege.
  • Die Nistplätze von Zwergmäusen und andere heimische Arten werden durch die extensive Beweidung gefördert und können bei ruhiger Beobachtung entdeckt werden.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Biotop Bund Naturschutz Jettenbach-Grafengars

Das Biotop Bund Naturschutz in Jettenbach-Grafengars ist ein einzigartiges Projekt, das seit über zwei Jahrzehnten zeigt, wie nachhaltige Landschaftspflege und Tierhaltung im Einklang mit der Natur funktionieren kann. Im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Bund Naturschutz (BN), der Landwirtfamilie Reißaus und dem Flächeneigentümer Graf zu Toerring-Jettenbach wurde hier ein Modell entwickelt, das traditionelle Weidewirtschaft mit ökologischer Vielfalt verbindet. Durch die gezielte Beweidung mit Rindern wird die Kulturlandschaft gepflegt und gleichzeitig artenreiche Biotope erhalten – ein Beispiel für gelungene Natur- und Landschaftsbewahrung.

Ein besonderes Highlight des Projekts sind die seit 2011 eingesetzten Wasserbüffel, die sich durch ihre sanfte Weideweise und ihre Fähigkeit auszeichnen, auch schwer zugängliche Bereiche zu nutzen. Zusammen mit den Rindern tragen sie dazu bei, das Gleichgewicht der Vegetation zu regulieren und gleichzeitig Lebensräume für seltene Tierarten wie die Zwergmaus zu schaffen. Die Nester dieser kleinen Säugetiere wurden bereits in hohen Schilfbeständen dokumentiert, was die ökologische Bedeutung der Weideflächen unterstreicht. Das Projekt beweist, dass extensive Tierhaltung nicht nur die Landschaft gestalten, sondern auch die Biodiversität fördern kann.

Für Besucher bietet das Biotop spannende Einblicke in die Arbeit der Landschaftspflege. Die Natur- und Landschaftsführerin Lucia Karrer führt regelmäßig geführte Wanderungen entlang des Toteiskesselwegs durch, die besonders im Frühjahr und Herbst stattfinden. Diese Touren vermitteln nicht nur Wissen über die Tierarten und Pflanzen des Gebiets, sondern zeigen auch, wie traditionelle Methoden der Weidewirtschaft heute noch eine wichtige Rolle in der Naturschutzpraxis spielen. Die Wanderungen sind eine ideale Gelegenheit, die Dynamik des Ökosystems vor Ort hautnah zu erleben und die Erfolge des Projekts aus nächster Nähe zu begutachten.

Das Biotop Bund Naturschutz in Jettenbach-Grafengars ist damit nicht nur ein Sehenswürdigkeit, sondern auch ein lebendiges Museum der Landschaftspflege. Es beweist, dass Naturschutz und praktische Landwirtschaft Hand in Hand gehen können – ein Modell, das weit über die Grenzen der Region hinaus Beachtung findet. Wer sich für nachhaltige Landnutzung, Tierhaltung oder die Vielfalt der heimischen Flora und Fauna interessiert, findet hier ein faszinierendes Beispiel für gelungene Ökologie im Alltag.

Ob als Inspiration für Naturschützer, als Bildungsort für Familien oder als Anregung für Landwirte: Das Biotop zeigt, dass Schutz und Nutzung der Natur kein Widerspruch sein müssen. Wer die Arbeit des BN und die einzigartige Tierwelt des Jettenbacher Tals erleben möchte, findet hier ein kleines, aber feines Juwel der regionalen Naturschutzarbeit – ein Ort, der zum Verweilen und Staunen einlädt.

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