Jockgrimer Hinterstädtel
Highlights
- Hinterstädtel ist der älteste Teil Jockgrims und liegt an der Spornspitze des Rheinhochufers.
- Die Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert ist noch teilweise erhalten und umgibt den historischen Ortskern.
- Im Hinterstädtel befindet sich der Lina-Sommer-Platz, ein Geschenk von Walter Sommer an seine Mutter.
Tipps
- Die alte Stadtmauer im Hinterstädtel lässt sich von einem Parkplatz aus gut betrachten und ist besonders bei Sonnenuntergang sehenswert.
- Ein Spaziergang entlang des Fußwegs „Woog“ entlang der Stadtmauer bietet interessante Einblicke in die Geschichte des Ortes.
- Das alle zwei Jahre stattfindende Hinterstädtelfest ist eine gute Gelegenheit, um lokale Traditionen und Kultur kennenzulernen.
Eigenschaften
Über Jockgrimer Hinterstädtel
Das Jockgrimer Hinterstädtel ist eine geschichtsträchtige Gegend im Ort Jockgrim im Landkreis Germersheim, Rheinland-Pfalz. Es zählt zu den ältesten erhaltenen Ortsteilen der Gemeinde und beherbergt bedeutende Reste der mittelalterlichen Stadtmauer, die auf das 15. Jahrhundert zurückgeht. Ursprünglich als bischöfliches Amtsstädtchen unter der Herrschaft der Speyerer Fürstbischöfe angelegt, war Jockgrim durch eine befestigte Stadtanlage mit Wehrgängen, Türmen und einem Graben geschützt. Teile dieser Befestigung sind im Hinterstädtel noch heute sichtbar und laden zu einer historischen Wanderung ein.
Im Hinterstädtel entlang der Ludwigstraße finden sich zudem ehemalige Fachwerkhäuser, von denen einige heute von Künstlern genutzt werden. Besonders erwähnenswert ist der Ateliergarten des Kunstmalers Prof. Albert Haueisen, der sich an der ehemaligen Spornspitze des Ortes befindet. Ein weiterer markanter Punkt ist der sogenannte Torberg, im Volksmund auch „Dörleberg“ genannt, eine steile Auffahrt, die zum ehemaligen Osttor der Stadt führt. Gegenüber der Kirche steht ein Wohnhaus mit Glasurdachziegeln, das um die Jahrhundertwende vom Architekten Eugen Haueisen entworfen wurde.
Unterhalb des Torbergs verläuft der sogenannte „Wäschbach“, ein historischer Waschplatz, an dem die Frauen des Ortes ihre Wäsche reinigten. Ein weiterer Weg entlang der Stadtmauer ist der „Woog“-Fußweg, der einen Spaziergang mit Blick auf die historischen Fundamente und Befestigungsanlagen ermöglicht. In unmittelbarer Nähe zur Schlossbrücke, die einst Zugang zum Schloss bot, wurde ein Abstieg in das sogenannte Tiefgestade angelegt, von wo aus ein beeindruckender Blick auf die ehemalige Festungsanlage möglich ist.
Ein weiteres kulturelles Highlight im Hinterstädtel ist der Lina-Sommer-Platz, ein Geschenk des Sohnes Walter Sommer anlässlich des 65. Geburtstags seiner Mutter im Jahr 1927. Diese Stelle lädt heute zum Verweilen ein und unterstreicht die Verbindung von Geschichte und Alltag im Ort. Die gesamte Anlage ist öffentlich zugänglich und steht nicht unter Öffnungszeiten, wodurch Besucher jederzeit die Möglichkeit haben, die Atmosphäre des Hinterstädtels zu erleben.
Das Hinterstädtel und die dazugehörige Stadtmauer sind als Denkmalzonen ausgewiesen und gehören damit zu den bedeutenden Kulturdenkmälern der Region. Obwohl es sich um eine eher unbekannte Sehenswürdigkeit handelt, wird der Anblick der erhaltenen Mauern von Besuchern als „grandios“ beschrieben. Alle zwei Jahre findet zudem das Hinterstädtelfest statt, das die enge Verbindung der Bevölkerung zu diesem historischen Ort unterstreicht.