Mühlsteinbrüche
Highlights
- Die Mühlsteinbrüche südlich von Jonsdorf entstanden durch Sandsteinabbau und Verwitterung und gelten heute als Kletter- und Wandergebiet.
- Der Sandstein stammt aus dem Mittelturon und weist durch vulkanische Einwirkung besondere Eigenschaften wie Säulenformen auf.
- Über 350 Jahre wurden hier Mühlsteine bis zu 2,70 Metern Durchmesser für den Export nach Russland und England gefertigt.
Tipps
- Gute Wanderstiefel und Trittsicherheit sind ratsam, da das Gelände steil und uneben ist.
- Einkehrmöglichkeiten in Jonsdorf oder Umgebung nutzen, um die Region kulinarisch zu erkunden.
- Wetterbeständige Kleidung und festes Schuhwerk empfehlen sich für einen angenehmen Aufenthalt.
Eigenschaften
Über Mühlsteinbrüche
Die Mühlsteinbrüche südlich von Jonsdorf im sächsischen Kreis Görlitz zählen zu den bemerkenswerten geologischen und kulturhistorischen Zeugnissen des Zittauer Gebirges. Das rund 35 Hektar umfassende Gelände entstand durch Jahrhunderte des Sandsteinabbaus, der bis ins frühe 20. Jahrhundert andauerte. Der abgebaute Sandstein wurde wegen seiner besonderen Eigenschaften zur Herstellung von Mühlsteinen genutzt, die bis nach Russland und England exportiert wurden. Heute bieten die Mühlsteinbrüche ein beeindruckendes Landschaftsbild aus bizarren Felsformationen, ehemaligen Abbauhohlräumen und naturnahen Wegen.
Geologisch gesehen stammt der Sandstein der Mühlsteinbrüche aus dem Mittelturon und gehört ursprünglich zum Böhmischen Kreidebecken. Besondere Merkmale des Gesteins sind seine verstärkte Festigkeit und Abriebfestigkeit, die durch Kontakt mit vulkanischen Intrusionen entstanden. Auffällig sind auch säulenförmige Strukturen, die durch thermische Prozesse bei Kontakt mit Magma entstanden sind. Diese Formationen, darunter die Große und Kleine Orgel, wurden bereits im 19. Jahrhundert von Gelehrten wie Alexander von Humboldt untersucht. Der Sandstein zeigt zudem deutliche Spuren von Verwitterung und tektonischen Bewegungen, die zu den markanten Formen im heutigen Landschaftsbild führten.
Die Geschichte des Ortes ist eng mit dem Bergbau und der Steinverarbeitung verbunden. Ab dem 16. Jahrhundert wurde hier intensiv Sandstein abgebaut, zunächst in Form von Einzelsteinen für Mühlräder, später auch in zusammengesetzten Segmenten. Die Produktion hielt über 350 Jahre an. In den 1950er Jahren entstand durch Naturfreunde ein Lehrpfad, der Besucher über die geologischen und historischen Besonderheiten informiert. In den 1990er Jahren begann eine Sanierung der ehemaligen Steinbrüche, um sie für die Öffentlichkeit zu erschließen. 2002 wurde im „Schwarzen Loch“ eine Schauwerkstatt eingerichtet, die den Steinbearbeitungsprozess anschaulich darstellt.
Zu den sehenswerten Objekten im Gelände zählen unter anderem die Große und Kleine Orgel, das „Schwarze Loch“ mit seiner Schauwerkstatt und Tunnel, der Humboldtfelsen sowie das ehemalige Bärloch und der Weiße Felsen. Besucher berichten von einem abwechslungsreichen Gelände mit steilen Wegen und lohnenswerten Ausblickspunkten. Die „Mausefalle“, ein durch einen historischen Felssturz entstandenes Gebilde, sowie das „Schnapslager“ laden zur Erkundung ein. Die Kombination aus geologischen Phänomenen, historischen Spuren des Steinabbaus und kulturellen Informationen macht das Areal zu einem lohnenden Ziel für Interessierte an Geschichte, Geologie und Natur.