St. Andreas und Matthias
Highlights
- Die Kirche St. Andreas und Matthias in Jülich-Lich-Steinstraß wurde 1986 abgerissen.
- Sie war eine barocke-neugotische Kreuzkirche mit Glockenturm und barockem Langhaus.
- Nach der Auflösung der Pfarre entstand in Jülich-Lich-Steinstraß eine neue Kirche mit gleicher Widmung.
Tipps
- Das Gebäude ist nicht mehr besichtigbar, da es vollständig abgerissen wurde, Informationen zur Geschichte sind im Gemeindebüro oder online verfügbar.
- Für Gottesdienste und Veranstaltungen wird heute die neue Kirche in Jülich-Lich-Steinstraß genutzt, die architektonisch an die Tradition der alten Kirche anknüpft.
Eigenschaften
Über St. Andreas und Matthias
Die ehemalige Pfarrkirche St. Andreas und Matthias befand sich in Lich-Steinstraß, einem Ortsteil der Gemeinde Niederzier im Kreis Düren, Nordrhein-Westfalen. Die Kirche war den Aposteln Andreas und Matthias geweiht und bildete das religiöse Zentrum einer Pfarrei, zu der neben Lich-Steinstraß auch die Ortsteile Paffenlich, Neulich, Gut Winterbach und das Forsthaus Escher Bürge gehörten. Die Kirche wurde in den 1980er Jahren abgerissen, nachdem die Gemeinde infolge des Tagebaus Hambach umgesiedelt worden war.
Die Geschichte der Kirche reicht weit zurück. Bereits um das Jahr 1550 bestand in Lich eine Kunibertskapelle, die vermutlich der Vorläuferbau der späteren St. Andreas und Matthias war. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gotteshaus mehrfach umgebaut und erweitert. Nach einem barocken Umbau Anfang des 19. Jahrhunderts wurde um die Mitte des Jahrhunderts ein Glockenturm hinzugefügt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgte eine weitere bedeutende Erweiterung im neugotischen Stil, die den barocken Chor durch einen höheren, gotisch gestalteten Anbau ersetzte. Ursprünglich war vorgesehen, auch das barocke Langhaus abzubrechen und durch einen vollständig neugotischen Kirchenbau zu ersetzen, was jedoch nicht umgesetzt wurde.
Architektonisch vereinte die Kirche Elemente unterschiedlicher Epochen: Das Langhaus blieb barock und einschiffig, während das Querschiff und der Chor im neugotischen Stil errichtet wurden. Die Konstruktion des barocken Teils erfolgte unter Verwendung eines Tonnengewölbes, der neugotische Bereich wurde hingegen mit Kreuzrippengewölben versehen. Die Ausstattung zeichnete sich durch eine kunstvolle neogotische Gestaltung aus: Ein Hochaltar sowie zwei Nebenaltäre aus Stein und eine hölzerne Kanzel mit Darstellungen der Evangelisten prägten das Innere. Auch ein Radleuchter und kunstvolle Glasmalereien von Paul Franz Bonnekamp und Johannes Beeck schmückten die Kirche.
Mit der Auflösung der Pfarrei infolge der Umsiedlung der Bevölkerung wurde der kirchliche Betrieb eingestellt und 1986 erfolgte der komplette Abriss des Gotteshauses. Die Gläubigen wurden in die neu entstandene St.-Andreas-und-Matthias-Kirche in Jülich-Lich-Steinstraß überführt, die an den neuen Siedlungsstandort gebaut wurde. Ein Großteil der Ausstattung fand in der neuen Kirche einen Platz und erinnert noch heute an die ehemalige Pfarrkirche.
Heute existiert das Gebäude nicht mehr, dennoch bleibt St. Andreas und Matthias ein Teil der Ortsgeschichte und der kirchlichen Tradition der Region. Die neue Kirche in Jülich-Lich-Steinstraß übernimmt die spirituelle Funktion und trägt die Namen der ursprünglichen Patrone. Die ehemalige Kirche wird gelegentlich im Zusammenhang mit profanierten Kirchen im Bistum Aachen erwähnt und steht somit exemplarisch für den Wandel ländlicher Sakralbauten im Zuge gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen.