Volksschauspiele kleine Bühne
Highlights
- Die Freilichtbühne Ötigheim ist Deutschlands größte von Amateurtheatern bespielte Freilichtbühne mit bis zu 4.000 Zuschauern.
- Seit 1906 finden hier jährlich Aufführungen statt, darunter seit 1950 alle zehn Jahre ein Passionsspiel von Josef Saier.
- Das örtliche Engagement und die künstlerische Tradition prägen das Programm mit Klassikern und zeitgenössischen Stücken.
Tipps
- Bei schlechtem Wetter ist die überdachte Sitzreihen der Bühne ideal, um trocken zu bleiben.
- In der Pause lohnt sich ein Besuch an der Theke, direkt gegenüber befindet sich zudem eine Pizzeria mit abwechslungsreicher Karte.
- Die Bühne eignet sich für verschiedene Aufführungsformen, von Dramen bis hin zu Konzerten, was den Besuch vielseitig gestaltet.
Eigenschaften
Über Volksschauspiele kleine Bühne
Die Volksschauspiele Ötigheim sind Deutschlands größte von einem Amateurtheater betriebene Freilichtbühne und befinden sich im baden-württembergischen Ötigheim im Landkreis Rastatt. Seit ihrer Gründung im Jahr 1906 bietet die Bühne ein breit gefächertes kulturelles Programm, das neben klassischen Theaterstücken auch Musicals, Opern, Konzerte und Kinderaufführungen umfasst. Die überdachte Zuschauertribüne verfügt über 3.600 Sitzplätze, wobei insgesamt bis zu 80.000 Besucher im Jahr empfangen werden können. Die Bühne ist bekannt für ihre vielseitigen Aufbauten, die es ermöglichen, verschiedene Genres und Inszenierungen abzubilden.
Die Geschichte der Freilichtbühne reicht über ein Jahrhundert zurück. Sie wurde durch den örtlichen Pfarrer Josef Saier initiiert, der Jugendlichen sinnvolle Freizeitbeschäftigungen bieten wollte. Nach ersten Aufführungen in einer ehemaligen Kiesgrube wuchs die Bühne zu einer festen Größe im kulturellen Leben der Region. Bereits früh etablierte sich Schillers „Wilhelm Tell“ als Publikumsliebling, weshalb die Bühne auch heute noch vielfach als „Tellplatz“ bezeichnet wird. Seit den 1950er Jahren führen die Volksschauspiele zudem alle zehn Jahre ein Passionsspiel auf, das in der Tradition von Josef Saier steht.
Die Spielpläne der Volksschauspiele sind vielfältig und reichen von Weltliteratur über moderne Musicals bis hin zu Konzerten unterschiedlichster Musikrichtungen. Neben bekannten Stücken wie „My Fair Lady“ oder „Die acht Frauen“ finden auch Open-Air-Konzerte mit namhaften Künstlern statt. Besonderheiten stellen zudem das Kindertheater und familienfreundliche Veranstaltungen dar, die das kulturelle Angebot ergänzen. Die Atmosphäre der Bühne wird dabei von Gästen regelmäßig als besonders gelungen beschrieben – sowohl wegen der stimmigen Inszenierungen als auch wegen der guten Infrastruktur, etwa der Theken während der Pause oder der direkt gegenüberliegenden Gastronomie.
Ein weiteres Merkmal der Volksschauspiele ist ihre enge Verzahnung mit der örtlichen Gemeinschaft. Generationen von Dorfbewohnerinnen und -bewohnern sind in unterschiedlichen Funktionen an den Aufführungen beteiligt, sei es vor oder hinter der Bühne. Diese Tradition des bürgerschaftlichen Engagements prägt den Verein bis heute. Die Bühne ist Mitglied im Verband Deutscher Freilichtbühnen und steht für eine künstlerische wie kulturpolitisch-christliche Ausrichtung, wie sie von Gründer Josef Saier formuliert wurde.