Kirche/Kloster

Stadtkirche St. Margarethen

Kirchengemeinde Kahla, Burg 0, 07768 Kahla

Highlights

  • Bereits 1411 begann der Bau der heutigen Kirche; bedeutende Ereignisse waren der Bildersturm 1523 und ein Besuch von Martin Luther 1524.
  • Seit 2002 wird die Kirche durch den Kirchbauverein Kahla saniert, abgeschlossen 2019 mit Außensanierungen und ab 2021 Innenerneuerungen.

Tipps

  • Die Stadtkirche St. Margarethen in Kahla liegt auf einem Sandstein-Felssporn über der Saale und prägt mit ihrem 66 Meter hohen Turm das Stadtbild.
  • Besucher können den historischen Taufstein aus dem 12. Jahrhundert sowie die Renaissance-Kanzel von 1554 bewundern.
  • Die Kirche ist bei regulären Gottesdiensten und Veranstaltungen zugänglich; außerhalb dieser Zeiten ist eine Besichtigung nach Vereinbarung möglich.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Stadtkirche St. Margarethen

Die Stadtkirche St. Margarethen in Kahla im Saale-Holzland-Kreis ist ein markantes sakrals Architekturdenkmal, das das Stadtbild maßgeblich prägt. Mit ihrem charakteristischen Turm, der etwa 66 Meter hoch aufragt, thront die evangelische Kirche auf einem sandsteinernen Felsenplateau, das sich rund 25 Meter über die Saale erhebt. Diese strategisch günstige Lage war einst auch von einer Burganlage geprägt, deren Reste noch im unteren Teil des Kirchturms erhalten geblieben sind. Die heutige Kirche entstand ab dem frühen 15. Jahrhundert auf den Fundamenten romanischer Vorgängerbauten und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und erweitert.

Die Geschichte der Stadtkirche reicht weit zurück. Bereits im Mittelalter war Kahla mit einer Pfarrstelle versorgt, und die erste urkundliche Erwähnung eines Pfarrers datiert auf das Jahr 1227. Nach der Zerstörung der Burg im Jahr 1345 wurde die Kirche im Zuge eines Stadtbrands im Jahr 1410 neu errichtet. Der Bau zog sich über mehrere Jahrzehnte hinweg und wurde erst 1495 mit dem Aufsatz des Turmhelms vollendet. Im Zuge der Reformation kam es zu reformatorischen Unruhen, und 1524 predigte Martin Luther selbst in der Kirche. Im Jahr 1791 bis 1793 erfolgte eine umfassende Umgestaltung, bei der unter anderem die Mauern erhöht und ein Mansarddach aufgesetzt wurden, wodurch die Kirche ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt.

Die Kirche beherbergt wertvolle Sakralgegenstände und Kunstwerke, darunter einen Taufstein aus dem 12. Jahrhundert sowie eine Renaissance-Kanzel aus dem Jahr 1554, die heute als Lesekanzel dient. Ebenfalls bemerkenswert ist die spätrenaissancezeitliche Predigtkanzel aus dem Jahr 1615. Die Orgel auf der Westempore stammt ursprünglich aus dem Jahr 1796 und wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut. Besonders hervorzuheben ist zudem das vorreformatorische Vierergeläut im Kirchturm, das aus der Zeit zwischen 1415 und 1516 stammt und original erhalten geblieben ist. In jüngster Zeit wurde mit dem sogenannten „Johann-Walter-Positiv“ eine neue Chororgel eingebaut, die Teil einer größeren geplanten Orgelneukonzeption ist.

Seit den frühen 2000er Jahren wird die Kirche kontinuierlich saniert. Nach Abschluss der Außensanierung im Jahr 2019 standen ab 2021 umfangreiche Innensanierungsarbeiten an, darunter die komplette Erneuerung der Elektrik und Beleuchtung. Die Sanierungsarbeiten wurden maßgeblich durch den 1992 gegründeten Kirchbauverein Kahla unterstützt. Die Kirche ist nicht nur ein Ort des Gottesdienstes, sondern auch ein kulturhistorischer Schatz, der Besucher aus nah und fern anzieht. Als Taufkirche Johann Walters – des berühmten Reformationskomponisten – genießt sie zudem eine besondere Bedeutung in der Geschichte der evangelischen Kirchenmusik.

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