Denkmal/Gedenkstätte

Haus Haan

Schifferdamm 11, 47546 Kalkar

Highlights

  • 1931–1932 erbautes Terrassenhaus im Stil des Neuen Bauens als Solitär in Ecklage am Rheindeich, prägend für Kalkars Ortsbild.
  • Dreifach gestufter Baukörper mit Flachdachterrasse und filigranem Metallbrüstungsgitter, ursprünglich für Mühlenbesitzer Ludwig Haan.
  • Original-Bauakte mit Statik und Plänen wiederentdeckt, zeigt typische Merkmale des ‚Neuen Bauens‘ als Baudenkmal in Kalkar.

Tipps

  • Das Haus Haan zeigt als Beispiel des ‚Neuen Bauens‘ eine dreifach gestufte Architektur, die durch ihre klare Formensprache und funktionale Gliederung auffällt.
  • Die Dachterrasse bietet einen geschützten Außenbereich mit einem filigranen Metallbrüstungsgitter, das den Blick über den Rheindeich ermöglicht.
  • Der Baukörper liegt in einer exponierten Ecklage am Ortsrand, wodurch er als markanter Solitär das historische Ortsbild prägt und eine Verbindung zur Rheinnähe herstellt.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Haus Haan in Kalkar entdecken

Das Haus Haan in Kalkar zählt zu den bedeutendsten Beispielen des Neuen Bauens am Niederrhein und ist als Baudenkmal in der Denkmalliste der Stadt verzeichnet. Als architektonischer Solitär prägt es mit seiner markanten Ecklage am Rheindeich das Ortsbild am Rande des historischen Kerns von Kalkar. Ursprünglich 1931/32 im Auftrag der Eheleute Margarete Franziska Weingartz und Ludwig Haan errichtet, verkörpert das Haus den Geist der modernen Architektur der Zwischenkriegszeit.

Der Baukörper folgt den Prinzipien des Neuen Bauens mit einer dreifach gestuften Terrasse, die eine dynamische Höhenstaffelung schafft. Besonders auffällig ist das große Flachdach, von dem ein Teil als Dachterrasse genutzt wird. Diese ist durch ein filigranes Metallbrüstungsgitter abgetrennt und unterstreicht den funktionalen und reduzierten Stil der Epoche. Die Bauakte, die ursprünglich im Besitz der Bauherren war, wurde später nach Niedersachsen verschoben und erst später wieder aufgefunden – ein Glücksfall für die historische Dokumentation.

Das Haus stand über Jahrzehnte im Mittelpunkt wechselvoller Nutzung. Nach dem Tod Ludwig Haans 1966 wurde es von Margarete Weingartz bis zu ihrem Lebensende 1997 bewohnt. In den 1970er-Jahren unterrichtete sie zeitweise als Lyzeumlehrerin an einer höheren Mädchenschule, bevor sie in den Ruhestand ging. Später diente das Gebäude als Unterkunft für verschiedene Mieter, bis es 2023 nach langjähriger Suche von Lutz Kühnen erworben wurde – ohne vorherige Besichtigung möglich gewesen zu sein.

Als historisches Zeugnis der regionalen Baukultur verbindet das Haus Haan Funktionalität mit ästhetischer Innovation. Seine Lage am Deich und die Verbindung von modernem Design mit dem ländlichen Umfeld machen es zu einem besonderen Ort für Architekturinteressierte. Obwohl das Gebäude heute nicht öffentlich zugänglich ist, bleibt es ein faszinierendes Beispiel für den Niederrhein der 1930er-Jahre – ein Stück lebendige Geschichte mitten im Ortskern von Kalkar.

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