Kirche/Kloster

Kirche Neukirch

Kirchstraße 3, 01936 Neukirch

Highlights

  • Die Kirche in Neukirch wurde erstmals 1343 urkundlich erwähnt und besaß eine Holzskulptur aus dem 14. Jahrhundert.
  • Nach Bränden 1746 und 1747 entstand die heutige Kirche 1747 ohne Turm, der erst 1886 hinzugefügt wurde.
  • Der Altar stammt aus dem Jahr 1686 und wurde 1985–1987 originalgetreu restauriert.

Tipps

  • Der spätgotische Altar aus dem Jahr 1686 zeigt historische Elemente und wurde im Rahmen der Innenrenovierung 1985–1987 in seiner ursprünglichen Form rekonstruiert.
  • Die Orgel der Kirche wurde nach Kriegszerstörungen 1945 durch die Firma Eule – Bautzen restauriert und erfuhr eine weitere Überarbeitung 1990 durch die Firma Groß – Waditz.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kultur & Sakral in Neukirch: Kirche Neukirch entdecken

Die Kirche Neukirch in Neukirch ist ein historisches Sakralbauwerk mit einer bewegten Vergangenheit, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Erste urkundliche Erwähnungen des Ortes und einer Kirche finden sich bereits 1343 in einer Bistumsmatrikel. Die heutige Kirche entstand jedoch nach mehreren Umbrüchen – zunächst als spätgotischer Holzbau, der 1729 wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. Nur ein Jahr später, 1746, zerstörte ein Großbrand sowohl die Kirche als auch das Pfarrhaus, doch die Gemeinde entschied sich umgehend für einen Neubau. Bereits 1747 konnte die neue Kirche ohne Turm eingeweiht werden, während ein kleines Glockenhaus die Glocken beherbergte, bis 1886 der heutige Glockenturm errichtet wurde.

Ein besonderes Zeugnis der regionalen Geschichte ist eine Holzskulptur aus dem 14. Jahrhundert, die sich im Besitz der Kirchgemeinde befindet. Sie erinnert an die friedliche Koexistenz von Slawen und Germanen in der Region, da 1712 hier die letzte wendische Predigt gehalten wurde. Der Innenraum der Kirche bewahrt noch heute Spuren der Reformation: Das spätgotische Spitzbogenportal stammt aus der Zeit, als 1544 der erste evangelische Pfarrer in der Nachbarschaft von Schwepnitz wirkte. Der heutige Altar, ursprünglich aus dem Jahr 1686 und zuvor in Reichenbach genutzt, wurde 1750 geschenkt und im Zuge einer Innenrenovierung in den 1980er-Jahren in seiner ursprünglichen Gestalt wiederhergestellt.

Die Kirche ist auch ein Ort der musikalischen Tradition. Ihre Orgel wurde nach Kriegszerstörungen restauriert und durchlief 1990 eine umfassende Sanierung. Die Fenster wurden zuletzt 1904 erneuert, während die Emporen und Gestühle die Spuren der Zeit tragen – darunter auch die tragischen Folgen des Zweiten Weltkriegs, als das Pfarrhaus und die Kirchenarchive 1945 ein Raub der Flammen wurden. Die Gemeinde Schwepnitz, die eng mit Neukirch verbunden ist, trug maßgeblich zum Wiederaufbau bei, etwa durch die Spende des Kunstmalers Eduard Leonhardi, dessen Gedenktafel im Turm an die Finanzierung der neuen Glocken erinnert.

Mit ihrem gemischten Baustil aus Holz und Stein, den historischen Kunstschätzen und der lebendigen Gemeindegeschichte ist die Kirche Neukirch ein bedeutendes kulturelles Erbe.

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