Franzosenkirche
Highlights
- Die Franzosenkirche in Schwabach ist die erste erhaltene Kirche, die von Hugenotten in Deutschland erbaut wurde.
- Sie entstand 1686/87 und steht in der Altstadt von Schwabach, nahe der Boxlohe.
Tipps
- Die Franzosenkirche in Schwabach ist ein schlichter Barockbau ohne äußeren Schmuck, aber mit historischem Wert als älteste erhaltene Hugenottenkirche in Deutschland.
- Im Innenraum befindet sich anstelle eines Altars ein Tisch mit Bibel sowie Gobelins mit französischen Bibelzitaten, typisch für reformierte Kirchen.
- Die Kirche liegt zentral in der Altstadt und lädt alle zwei Wochen zu Gottesdiensten ein, die sich gut mit einem Stadtrundgang verbinden lassen.
Eigenschaften
Über Franzosenkirche
Die Franzosenkirche in Schwabach ist die Pfarrkirche der evangelisch-reformierten Gemeinde und steht in der westlichen Altstadt, im Stadtteil Boxlohe. Als eines der frühesten Bauwerke, das von Hugenotten in Deutschland errichtet wurde, hat sie eine besondere historische Bedeutung. Der schlichte barocke Kirchenbau entstand Ende des 17. Jahrhunderts und wurde bereits kurze Zeit später geweiht. Obwohl schmucklos gehalten, ziert über der Eingangstür das Wappen des Markgrafen Christian Albrecht von Brandenburg-Ansbach die Fassade. Der Glockenturm sowie die barocke Haube und die erste Glocke kamen erst später hinzu.
Der Innenraum folgt der Tradition reformierter Kirchen: Anstelle eines Altars steht an der Stirnseite ein Tisch mit einer Bibel. Die Kanzel wird von zwei Gobelins flankiert, die in französischer Sprache Bibelzitate auf schwarzem Grund in Goldstickerei zeigen. Ein weiteres bemerkenswertes Element ist eine historische Fahne, die der Gemeinde von einem Markgrafen gestiftet wurde. Die Kirche verfügt zudem über eine Orgel, die erst einige Jahre nach der Kirchenweihe eingebaut wurde. Besonders im Winter ist die Kirche beheizbar, was sie auch für Konzerte nutzbar macht.
Die Geschichte der Franzosenkirche ist eng verknüpft mit der Ansiedlung der Hugenotten in der Region. Nach ihrer Vertreibung aus Frankreich fanden viele von ihnen in den evangelischen Territorien Deutschlands Zuflucht. Auch die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach nahmen die Glaubensflüchtlinge auf, unter anderem in Schwabach, wo ihnen der Bau einer eigenen Kirche erlaubt wurde. Die Flüchtlinge brachten neue handwerkliche Fähigkeiten mit, die für die Region wirtschaftlich bedeutsam waren. Die Gemeinde lebte zunächst vollständig in der französischen Sprache, sowohl im Gottesdienst als auch im Unterricht, was bis ins 19. Jahrhundert so gehandhabt wurde.
Heute steht die Kirche als Zeugnis einer bewegten Zeit und als Ort des Glaubens weiterhin im Zentrum des Gemeindelebens. Regelmäßig finden hier Gottesdienste statt, zu denen alle Interessierten eingeladen sind. Die Gemeinde engagiert sich auch in sozialen Projekten, darunter die Unterbringung von Asylsuchenden im Pfarrhaus. Die Kirche gilt als Ort der Offenheit und Begegnung, was auch in den positiven Bewertungen von Besucherinnen und Besuchern deutlich wird. Viele loben die herzliche Atmosphäre und die gastfreundliche Gemeinschaft.
Vor dem Gebäude befindet sich ein Denkmal, das ein sogenanntes Wunderkind darstellt, welches auf einer Bank sitzt und eine eigene Geschichte mit sich bringt. Dieser Ort zieht nicht nur Gläubige an, sondern auch Besucher, die sich für die Kultur- und Stadtgeschichte Schwabachs interessieren. Die Franzosenkirche ist somit ein kulturhistorischer Anlaufpunkt inmitten der malerischen Altstadt und ein Zeugnis der Toleranz und Integration vor mehr als drei Jahrhunderten.