Heimat- und Keramikmuseum Kandern
Highlights
- Ausgestellt sind Klarinetten, Ofenkacheln und Werke moderner Keramiker wie Horst Kerstan in einem 16. Jahrhundert-Staffelgiebelhaus.
- Das Museum verbindet regionale Hafnergeschichte mit künstlerischen Keramikentwürfen und einer Partnerschaft zur elsässischen Töpferstadt Soufflenheim.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen ungehinderten Besuch des Museums für alle Gäste.
- Induktive Höranlagen stehen zur Verfügung, um die Ausstellung für hörbeeinträchtigte Besucher zugänglicher zu gestalten.
- Die Ausstellung zeigt historische Hafnerware und Keramik von Kanderns bedeutenden Töpfereien seit dem Mittelalter.
Eigenschaften
Kultur & Keramik in Kandern entdecken
Das Heimat- und Keramikmuseum Kandern ist eines der bedeutendsten Töpferzentren Süddeutschlands und bietet einen faszinierenden Einblick in die jahrhundertelange Tradition der Keramik in der Region. Kandern, bekannt als die „Töpferstadt“, hat seit dem Mittelalter eine herausragende Rolle im Hafnerhandwerk gespielt. Ursprünglich als Hafner bezeichnet, prägten die Töpfereien hier über Jahrhunderte die lokale Wirtschaft – bis im 19. Jahrhundert die Konkurrenz durch Steinzeug die Branche herausforderte. Dennoch blieb Kandern ein Zentrum der Keramikkunst, das bis heute von handwerklichem Können und künstlerischer Vielfalt zeugt.
Das Museum befindet sich in einem historischen Staffelgiebelhaus aus dem 16. Jahrhundert, das zu den ältesten Sammlungsräumen Südbadens zählt. Die Ausstellung spannt einen Bogen von der mittelalterlichen Töpferei bis zur modernen Keramik und zeigt eine breite Palette an Objekten: historische Klarinetten, Ziegel, Ofenkacheln und Eisenguss sind hier ebenso zu finden wie zeitgenössische Werke. Besonders eindrucksvoll ist die Sammlung des Keramikers Max Laeuger, deren Entwürfe und sein Einfluss auf die moderne Keramikkunst nachvollziehbar werden. Sein Werk prägte die Max Laeugersche Kunsttöpferei und brachte dem Ort internationale Anerkennung.
Neben Laeugers Schaffen präsentiert das Museum Werke weiterer bedeutender Künstler wie Horst Kerstan und Richard Bampi sowie Arbeiten der Fayence Manufaktur und der Keramikwerkstatt Hakenjos. Diese Vielfalt unterstreicht die lebendige Tradition der Kanderner Keramik, die sich von handwerklicher Präzision bis zu künstlerischer Experimentierfreude erstreckt. Ein besonderes Highlight ist das Ölgemälde „Knabe auf dem flachen Dach“ von Laeuger, das 1907 in Kandern entstand und die Verbindung von Malerei und Keramikkunst veranschaulicht.
Das Museum ist nicht nur ein Ort der Geschichte, sondern auch ein Ort der Begegnung mit lebendigen Handwerkstraditionen. Mit barrierefreiem Zugang, inklusive einer induktiven Höranlage und rollstuhlgerechten Sitzgelegenheiten, ist es für alle Besucher zugänglich. Kanderns Partnerschaft mit der elsässischen Töpferstadt Soufflenheim seit 1985 unterstreicht zudem die transregionale Bedeutung der Keramik als kulturelles Erbe. Ein Besuch im Heimat- und Keramikmuseum bietet somit nicht nur einen Blick in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft einer Kunstform, die Kandern bis heute prägt.