Heidenloch NW von Birkenfeld
Highlights
- Heidenloch ist eine bedeutende Höhle im Grummibachtal nordwestlich von Birkenfeld.
- Die Höhle ist aus keltischer Zeit und wurde im 20. Jahrhundert archäologisch erforscht.
- Sie ist nicht frei zugänglich und spielt in regionalen Sagen eine Rolle.
Tipps
- Beim Besuch der Heidenlochhöhle sollte festes Schuhwerk getragen werden, da der Weg zur Höhle steil und teilweise rutschig ist.
- Ein Besuch lohnt sich besonders für Naturinteressierte, da die Höhle archäologische Spuren und geologische Besonderheiten aufweist.
- Vor dem Höhleneingang befindet sich der sogenannte Teufelsblock, ein markanter Stein, der in örtlichen Sagen eine Rolle spielt.
Eigenschaften
Über Heidenloch NW von Birkenfeld
Das Heidenloch nordwestlich von Birkenfeld ist eine naturgeschichtlich und kulturhistorisch bedeutende Höhlenanlage im Landkreis Main-Spessart in Bayern. Gelegen im Grummibachtal, erreicht man den Eingang über einen Feldweg, der nach Norden aus dem Ort führt, und anschließend einen steilen Pfad ansteigt. Die Höhle ist in einen sandsteinartigen Felsen eingelassen, der an dieser Stelle bis zu drei Meter Höhe erreicht. Der Zugang war über Jahrhunderte bekannt und spielt in lokalen Sagen eine zentrale Rolle, die mit der Christianisierung der Region verknüpft sind.
Die Sage vom Heidenloch erzählt von einem Pakt zwischen einem Missionar und dem Teufel. Während der Priester eine Messe las, sollte der Teufel einen riesigen Felsblock in die Höhle schleppen. Scheiterte er, ehe die Glocke zur Wandlung läutete, musste er weichen. Der Teufel scheiterte knapp und warf den Stein vor Wut vor dem Eingang nieder, wo er bis heute sichtbar ist. Dieser sogenannte „Teufelsblock“ liegt direkt auf dem Höhlenvorplatz und wird in der Überlieferung mit Kratzspuren der Teufelskrallen in Verbindung gebracht.
Die Höhle selbst wurde im vorigen Jahrhundert archäologisch untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass der Gang über einen langen Verlauf nahezu gleichbleibend dimensioniert ist, was die Möglichkeit nahelegt, dass die Höhle noch weiter führt, als bisher erforscht. Der hintere Teil ist durch Lehmschichten stark verengt, die ursprünglich den gesamten Gang verschlossen hatten. Bei den Grabungen wurden keine nennenswerten Funde gemacht, jedoch ließ sich durch geologische Beobachtungen ein sekundäres Flussbett innerhalb der Höhle rekonstruieren. Tropfsteine sind nur in Form kleiner Ansätze vorhanden, und die Wände zeigen stellenweise starke Rußablagerungen von Fackeln, mit denen die Höhle erforscht wurde.
Im Zweiten Weltkrieg wurden französische Kriegsgefangene in der Nähe untergebracht und sollen die Wände mit Darstellungen aus ihrer Heimatregion geschmückt haben. Die Höhle ist heute nicht öffentlich zugänglich. Ein Versuch, den vermissten Studenten nach einem Unfall im Jahr 1980 zu bergen, scheiterte, und es wurde erwogen, den Körper in der Höhle zu belassen. Die Angehörigen setzten sich jedoch dafür ein, die Bergung fortzusetzen. Heute dient der Höhleneingang als geschlossener Zugang, der dennoch als kulturhistorischer und naturkundlicher Bezugspunkt im Raum Birkenfeld wahrgenommen wird.