Bibliothek

Ferdinand Rieser

Erbprinzenstraße 15, 76133 Karlsruhe

Highlights

  • Ferdinand Rieser war Direktor der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe.
  • Er wurde 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft zwangspensioniert.
  • Rieser starb 1944 nach seiner Deportation in Frankreich.

Tipps

  • Die BLB bietet vielfältige Arbeitsplätze im Hauptgebäude und im Wissenstor für konzentriertes Lernen oder Gruppenarbeit.
  • Bei Erstbesuchen lohnt sich eine kurze Einführung in die Benutzung des Katalogs Plus über die Website.
  • Für Veranstaltungen oder Raumnutzung ist eine vorherige Anmeldung über das Raumbuchungssystem empfehlenswert.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Entspannt Bildung Ganzjährig

Über Ferdinand Rieser

Die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe zählt zu den bedeutendsten kulturellen und wissenschaftlichen Institutionen Baden-Württembergs. Als zentrale Informationsstelle bietet sie Zugang zu rund drei Millionen Medien aus allen Fachbereichen und versorgt Forschende, Studierende sowie die interessierte Öffentlichkeit mit umfangreichen digitalen und physischen Ressourcen. Die Bibliothek fungiert nicht nur als modernes Lern- und Arbeitsumfeld, sondern auch als Hüterin der badischen Kulturgeschichte – mit Sammlungen, die die Entwicklung der Region seit fünf Jahrhunderten widerspiegeln. Ihre Rolle als Pflichtexemplarbibliothek unterstreicht zudem ihre herausragende Bedeutung für die Dokumentation regionaler Publikationen.

Benannt ist die Bibliothek nach Ferdinand Rieser, einem der einflussreichsten Persönlichkeiten ihrer Geschichte. Rieser, von 1932 bis 1933 Leiter der Einrichtung, war nicht nur ein herausragender Philologe und Bibliothekar, sondern auch ein engagierter Kulturträger. Seine wissenschaftliche Laufbahn begann Anfang des 20. Jahrhunderts als Praktikant an der damaligen Badischen Hof- und Landesbibliothek, wo er sich durch Engagement und fachliche Kompetenz rasch einen Namen machte. Während des Ersten Weltkriegs wurde er zwar kurz zum Militärdienst eingezogen, doch bald darauf kehrte er in seine bibliothekarische Tätigkeit zurück und stieg bis in die höchsten Positionen der Institution auf.

Riesers Wirken war geprägt von wissenschaftlichem Ehrgeiz, pädagogischem Engagement und kulturellem Schaffen. Als Leiter des Jüdischen Kulturbundes in Karlsruhe setzte er sich zudem für die kulturelle Teilhabe jüdischer Bürger ein. Mit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft endete jedoch seine berufliche Laufbahn abrupt: Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurde er 1933 beurlaubt und später zwangspensioniert. Ausgeschlossen von Bibliotheken und Archiven, widmete er sich weiterhin seinen Forschungen, bis er 1940 im Rahmen der sogenannten Wagner-Bürckel-Aktion deportiert wurde. Ferdinand Rieser starb 1944 in einem französischen Krankenhaus, ein Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung.

Die heutige Badische Landesbibliothek ehrt sein Andenken nicht nur durch die Namensgebung, sondern auch durch die Pflege seiner wissenschaftlichen und humanistischen Ideale. Sie bietet Besucher*innen nicht nur Zugang zu Wissen, sondern auch Räume für Begegnung, Bildung und Reflexion. Mit modern ausgestatteten Lernzonen, digitalen Angeboten und vielfältigen Veranstaltungen wie Führungen oder Workshops bleibt die Bibliothek ein lebendiger Ort des Austauschs und der kulturellen Teilhabe – ein Denkmal für die Tradition, die Ferdinand Rieser maßgeblich mitgestaltet hat.

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