St. Bonifatius, Karlsruhe
Tipps
- St. Bonifatius in Karlsruhe ist eine neuromanische Kreuzbasilika mit Jugendstil-Einflüssen, die 1908 geweiht wurde und heute unter Denkmalschutz steht.
- Die Kirche verfügt über einen Fassadenturm mit Rhombendach und vier historische Stahlglocken aus dem Jahr 1924.
- Der Innenraum wurde nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil umgestaltet und bietet moderne liturgische Ausstattung sowie kunstvolle Altäre.
Eigenschaften
Ausflug Kultur Sakral St. Bonifatius Karlsruhe
Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Bonifatius in Karlsruhe ist ein bedeutendes sakrals und architektonisch interessantes Bauwerk in der Weststadt der Stadt. Sie gehört zur Kirchengemeinde St. Bonifatius, die wiederum dem Dekanat Karlsruhe im Erzbistum Freiburg zugeordnet ist. Das Gebäude ist beim Landesamt für Denkmalpflege in Baden-Württemberg als Baudenkmal registriert und zählt somit zu den geschützten Kulturdenkmälern der Region.
Die Kirche wurde zwischen den Jahren 1905 und 1908 nach Plänen des Architekten Johannes Schroth errichtet. Der Baustil vereint neuromanische Elemente mit Anklängen an den Jugendstil. Nach mehreren Kriegsbeschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Gotteshaus ab 1946 wieder aufgebaut und 1950 in einfacher Form soweit fertiggestellt, dass es wieder genutzt werden konnte. In den Jahren 1978 bis 1980 erfolgte eine umfassende Umbaumaßnahme, um den Innenraum den Anforderungen der modernen Liturgie nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil anzupassen. Dabei wurde auch eine farbliche Aufhellung des Raumes vorgenommen. 2011 wurde eine Außenrenovation durchgeführt, die dem Gebäude sein heutiges Erscheinungsbild verlieh.
Architektonisch besteht die St. Bonifatiuskirche aus einem Langhaus mit Mittel- und Seitenschiffen, einem halbrund geschlossenen Chor im Südwesten sowie einem Querschiff. Im Nordosten thront ein markanter Fassadenturm mit Rhombendach, flankiert von zwei seitlichen Anbauten. Über der Vierung erhebt sich ein quadratischer Dachreiter. Der geräumige Glockenstuhl beherbergt vier Stahlglocken aus dem Jahr 1924, die vom Bochumer Verein gegossen wurden.
Die Innenausstattung vereint Werke verschiedener Künstler: Der Hochaltar unter einem Baldachin zeigt eine Darstellung des Abendmahls von Hofbildhauer August Schädler. Der moderne Zelebrationsaltar in der Vierung stammt von Frido Lehr und wurde 1978 geschaffen. In den Seitenschiffen befinden sich Kreuzwegstationen in Form von Reliefs von Joseph Dettlinger. Die farbenfrohen Gewölbemalereien sind von Valentin Feuerstein, während die Fensterrosetten des Querschiffs von Franz Dewald stammen und Szenen aus dem Leben Jesu und Marias darstellen. Die Orgel auf der Empore verfügt über 43 Register auf drei Manualen und Pedal. Sie wurde in den Jahren 1948/49 von Carl Hess erbaut und nutzt Teile der Vorgängerorgel von H. Voit & Söhne.
Die St. Bonifatiuskirche ist nicht nur ein Ort der religiösen Gemeinschaft, sondern auch ein kulturhistorisch wertvolles Bauwerk, das Architektur- und Kunstinteressierte gleichermaßen anspricht. Sie steht in direkter Nachbarschaft zur vielfältigen Karlsruher Weststadt und lädt sowohl Einheimische als auch Besucher der Stadt zu einem kulturellen und spirituellen Ausflug ein.