Laserscape Kassel - documenta 6
Highlights
- Anatol baute für die documenta 6 das surrealistische ‚Traumschiff Tante Olga‘, das heute am Freigelände der Heinrich-Schütz-Schule verankert ist.
- Haus-Rucker-Co installierte 1977 den begehbaren ‚Rahmenbau‘, der den Blick auf den Staatspark Karlsaue und die Orangerie eröffnet.
Tipps
- Der ‚vertikale Erdkilometer‘ von Walter De Maria führt seit 1977 auf dem Friedrichsplatz 1000 Meter tief in den Boden und markiert einen zentralen Ort der documenta 6.
Eigenschaften
Laserscape Kassel: documenta 6 – Kulturdenkmal
Das Laserscape Kassel – documenta 6 ist ein herausragendes Beispiel für die Verbindung von zeitgenössischer Kunst und urbanem Raum, das bis heute die Stadtprägung Kassels nachhaltig beeinflusst. Bei der documenta 6 im Jahr 1977 schuf der Künstler Haus-Rucker-Co das monumentale Werk, das als einer der prägendsten Beiträge dieser Kunstausstellung gilt. Das Kunstwerk besteht aus einem riesigen, begehbaren „Rahmenbau“, der sich über den Friedrichsplatz und den Blick auf den Staatspark Karlsaue sowie die Orangerie spannt. Dieser architektonische Rahmen transformiert die Perspektive der Besucher:innen und lädt zum Verweilen, Beobachten und Reflektieren ein – ein zentrales Anliegen der documenta, die Kunst als gesellschaftlichen Diskurs zu verankern.
Der „Rahmenbau“ ist nicht nur ein skulpturales Statement, sondern auch ein Symbol für den programmatischen Wandel der documenta: Seit 1977 werden Kunstwerke gezielt im öffentlichen Raum installiert, um die Stadt selbst zur Ausstellung zu machen. Haus-Rucker-Co nutzte dabei innovative Materialien wie transparente Folien und leichte Stahlkonstruktionen, die den Blick auf die Umgebung lenken und gleichzeitig eine eigene, räumliche Erfahrung schaffen. Das Werk steht damit für den radikalen Bruch mit traditionellen Ausstellungsformen und die Suche nach neuen Wegen, Kunst in den Alltag zu integrieren.
Besonders bemerkenswert ist die dauerhafte Wirkung des Laserscape: Während andere documenta-Kunstwerke später wieder entfernt wurden, bleibt der Rahmenbau als fester Bestandteil des Kasseler Stadtbilds erhalten. Er verbindet sich mit anderen ikonischen Werken wie dem „Man Walking to the Sky“ von Jonathan Borofsky oder dem „vertikalen Erdkilometer“ von Walter de Maria, die ebenfalls zur documenta 6 entstanden. Diese Werke zeigen, wie Kassel sich zur „Stadt der documenta“ entwickelte – ein Ort, an dem Kunst und Urbanität verschmelzen und den Besucher:innen eine einzigartige, reflexive Erfahrung bieten.
Für Kunstinteressierte und Neugierige ist das Laserscape ein Muss: Es verkörpert den Geist der documenta als globaler Plattform für experimentelle Ideen und gleichzeitig den lokalen Bezug Kassels. Der Rahmenbau lädt dazu ein, die Stadt neu zu entdecken – nicht nur als Besucher:innen, sondern als Teil eines lebendigen, künstlerischen Diskurses. Als Skulptur im öffentlichen Raum bleibt er ein Zeugnis dafür, wie Kunst Räume verändern und Gemeinschaften inspirieren kann.