MUSEUM LUH
Highlights
- Das Museum LUH in Kassel-Süd zeigt moderne Kunst mit Fokus auf ungewöhnliche Sammlungen wie 645 Kasperletheater-Puppenköpfe aus Kunststoff und Zelluloid.
- Handbemalte Glas- und Zelluloidobjekte zwischen 1900 und 1950 sowie die größte deutsche Sammlung von Kasperletheater-Puppen prägen die Ausstellungsräume.
- Archivierte Filme und eine begehbare Installation mit 17 Kasperletheatern und Clowns aus Argentinien ergänzen das einzigartige Kunstkonzept.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit Mobilitätseinschränkungen einen ungehinderten Eintritt ins Museum.
- Hinter grünen Punkten im Ausstellungsbereich befinden sich archivierte Filme, die zusätzliche Einblicke in die Sammlung bieten.
- Die Installation ‚VOLLVERSAMMLUNG‘ zeigt 645 handbemalte Kasperletheater-Puppenköpfe in einer einzigartigen, begehbaren Raumgestaltung.
Eigenschaften
Museum Luh Kassel-Süd: Kunst & Kultur erleben
Das MUSEUM LUH in Kassel-Süd ist ein faszinierendes Museum für moderne Kunst, das sich durch seine einzigartige Sammlung und ungewöhnliche Ausstellungsformen auszeichnet. Im Eingangsbereich finden Besucher:innen nicht nur den Startpunkt für Führungen, sondern auch eine besondere Hommage: Hinter grünen Punkten sind Archivfilme zugänglich, während der gelbe Punkt im Eingangsbereich eine Danksagung einrahmt. Besonders hervorzuheben ist die Sammlung mundgeblasener und handbemalter Objekte aus der Zeit zwischen 1900 und 1950, die hier präsentiert werden.
Ein Highlight des Museums ist die begehbare Installation „DIE VOLLVERSAMMLUNG“ in der ehemaligen Küche. Ursprünglich als Kochraum konzipiert, wurde sie längst zu einem lebendigen Raum umfunktioniert – sogar der Elektroherd wurde entfernt, um Platz für die über 645 Kasperletheater-Puppenköpfe zu schaffen. Diese Köpfe, aus Kunststoff, Gummi oder Zelluloid gefertigt und handbemalt, stammen aus verschiedenen Regionen, darunter auch Buenos Aires. Neben den Puppenköpfen finden sich hier 17 Kasperletheater und Clowns aus Argentinien sowie eine Sammlung von leeren Malbec-Flaschen – ein Beispiel für die ungewöhnliche Vielfalt der Sammlung.
Das Museum beherbergt zudem einen „Schlaf-Raum“, der als Lager für skurrile Sammlungen dient. Hier sind unter anderem eine Laterna Magica mit Märchenbildern auf Glasscheiben und Zelluloid, eine Espressokocher-Sammlung sowie eine bemerkenswerte Sammlung von 69 handkolorierten Grußkarten aus Buenos Aires (Anfang des 20. Jahrhunderts) ausgestellt. Auch eine Tortenschaufel-Sammlung aus den 1950er-Jahren und eine „Zeitschrift für Tiegel & Tumult“ – eine Künstleredition mit limitierter Auflage von 150 Exemplaren – sind Teil des INTIMBEREICHS, wie das Museum seine geheimnisvollen Sammlungen nennt.
Ein zentraler Aspekt des Museums ist die „INTIMBEREICH“-Sammlung, die sich aus einer Mischung von Kunstobjekten, Ready-mades und Materialsammlungen zusammensetzt. Jedes Objekt erhielt einen Zahlencode zur Archivierung, und die Sammlung umfasst auch internationale Kooperationen, etwa die Übergabe von Kunstwerken an das „Punto Azul Museo“ in Sierras Bayas, Argentinien. Die Ausstellungen, wie die „Intergrafik 87“, zeigen die experimentelle und vielschichtige Herangehensweise des Museums an zeitgenössische Kunst – von Porzellantellern mit Materialcollagen bis hin zu Künstlerbüchern und Buchobjekten.
Das MUSEUM LUH lädt mit seiner ungewöhnlichen Mischung aus Kunst, Alltagsgegenständen und internationalen Bezügen zum Entdecken ein. Ob als Ort der Reflexion über Materialien, als Archiv lebendiger Sammlungen oder als Raum für ungewöhnliche Kunstprojekte – hier wird Kultur erlebbar, wie sie nur wenige Museen bieten. Besonders die rollstuhlgerechte Ausstattung, darunter ein barrierefreies WC, macht das Museum für alle zugänglich. Ein Besuch lohnt sich für alle, die Neues entdecken und die Grenzen zwischen Kunst und Alltag hinterfragen möchten.