Denkmal/Gedenkstätte

Stolperstein Horst Wertheim

Weißenburgstraße 8, 34253 Kassel

Highlights

  • Sein Schicksal steht für die systematische Entrechtung Kasseler Jüdinnen und Juden ab 1933, dokumentiert in Briefen und Erinnerungen.
  • Die Stolpersteine ehren Wertheim als Teil der Deportationsroute von Kassel zum Bahnhof – ein Mahnmal für die Opfer des NS-Regimes.

Tipps

  • Die Stolpersteine markieren den Lebensweg einer Person, deren Schicksal durch die NS-Verfolgung geprägt wurde und dessen Erinnerung im Gedenkpark dokumentiert wird.
  • Am Straßenverlauf zum ehemaligen Bahnhof zeigen Bronzeschwellen als Teil des Bodendenkmals die Route der Deportationen und verweisen auf die historischen Ereignisse.
  • Die Ausstellung im Gedenkpark verbindet persönliche Zeugnisse mit der regionalen Geschichte und verdeutlicht die Folgen von Entrechtung und Verfolgung ab 1933.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Stolperstein Horst Wertheim – Kassel Kultur-Denkmal

Der Stolperstein Horst Wertheim in Kassel ist Teil eines bedeutenden Gedenkprojekts, das an die Verfolgung und Deportation jüdischer Bürgerinnen und Bürger während der NS-Zeit erinnert. Initiiert von dem Künstler Gunter Demnig, markieren die kleinen, in den Boden eingelassenen Bronzetafeln individuelle Schicksale und machen sie sichtbar – hier konkret das Leben und Leiden von Horst Wertheim. Die Stolpersteine sind nicht nur Gedenkzeichen, sondern ein Appell, die Opfer der Shoah nicht zu vergessen und ihre Geschichten lebendig zu halten.

Kassel hat sich mit diesem Projekt besonders engagiert: Im Rahmen der „Spur der Deportierten“ wurden entlang der historischen Wegstrecke zum Bahnhof, von dem aus die Verfolgten in die Konzentrationslager gebracht wurden, markante Bronzeschwellen in den Boden eingelassen. Diese symbolisieren die Stolpersteine und verweisen auf die Orte, an denen die Deportationen begannen. Das Projekt verbindet so die Erinnerungskultur mit dem tatsächlichen Ort der Entrechtung und gewaltsamen Vertreibung. Die Idee entstand im Dialog zwischen der Stadtverwaltung und Gunter Demnig, um die historische Verantwortung der Region sichtbar zu machen.

Horst Wertheims Schicksal steht exemplarisch für die systematische Ausgrenzung und Vernichtung jüdischer Menschen in Kassel. Briefe, autobiografische Texte und Zeitzeugenberichte dokumentieren die Erfahrungen zwischen gesellschaftlicher Teilhabe im Kaiserreich und der schrittweisen Entrechtung ab 1933. Zeitzeuge Norbert Sprafke gab in einer bewegenden Rede Einblicke in seine Biografie und die Geschichte seiner Familie, die die Grausamkeit der NS-Zeit verdeutlichen. Solche Erzählungen sind zentral für das Verständnis des lokalen Geschehens und die Aufarbeitung der Vergangenheit.

Das Projekt „Stolpersteine“ in Kassel ist Teil eines größeren Gedenkens, das auch andere betroffene Gruppen wie das Heimpersonal einbezieht, das ebenfalls unter Verfolgung litt. Schulen und Institutionen wie die ehemalige Sammelstelle der Deportierten tragen eine besondere Verantwortung, diese Erinnerung zu bewahren. Durch die Kombination aus individuellen Stolpersteinen und dem flächendeckenden Gedenkweg entsteht ein Netz aus Erinnerung, das die Stadt als Ort der Aufklärung und des Gedenkens prägt. Die Initiative zeigt, wie lokale Geschichte durch künstlerische und pädagogische Ansätze lebendig gehalten wird.

Besucherinnen und Besucher können sich an den Stolpersteinen und der Spur der Deportierten orientieren, um sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Das Projekt lädt dazu ein, die Namen der Verfolgten zu lesen, ihre Biografien zu erforschen und sich mit den Fragen nach Schuld, Verantwortung und menschlicher Würde auseinanderzusetzen. Kassel setzt damit ein Zeichen für eine Kultur des Erinnerns, die die Vergangenheit nicht verklärt, sondern als Mahnung für die Gegenwart bewahrt.

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