Alte Wachsfabrik Köln, Sürther Hauptstraße
Highlights
- 1980–1993: Kulturprogramm mit Ausstellungen, Theater und Konzerten unter Leitung von Günter Gritzner und Hubert Fabian.
- 2009: 30-jähriges Jubiläum mit Sommerfest, Skulpturengarten-Einweihung und Gemeinschaftsausstellung.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen ungehinderten Besuch der Ausstellungsräume und des Skulpturengartens.
- Die historische Architektur der Wachsfabrik bietet einen einzigartigen Rahmen für wechselnde Kunstinstallationen und Ausstellungen.
- Im Skulpturengarten finden sich zeitgenössische Skulpturen, die sich harmonisch in die grüne Umgebung einfügen und zum Verweilen einladen.
Eigenschaften
Ausflug Kulturdenkmal: Alte Wachsfabrik Köln in Rodenkirchen
Die Alte Wachsfabrik in Rodenkirchen, gelegen an der Sürther Hauptstraße, ist ein faszinierendes Kulturdenkmal mit einer bewegten Geschichte und einem einzigartigen künstlerischen Erbe. Ursprünglich als industrieller Standort konzipiert, entwickelte sich der Ort ab den 1980er-Jahren zu einem lebendigen Zentrum für zeitgenössische Kunst und Kultur. Die ehemalige Wachsfabrik beherbergte zunächst ein vielseitiges Programm unter der Leitung des Malers Günter Gritzner, der bis 1984 Ausstellungen, Theateraufführungen und Konzerte organisierte. Sein Engagement legte den Grundstein für das, was später als „Kunstzentrum Wachsfabrik“ bekannt wurde.
Ein entscheidender Wendepunkt war die Übernahme durch den Maler und Metallbildhauer Hubert Fabian, der ab 1985 den Fokus auf experimentelle Rauminstallationen verlegte. Fabian lädt internationale Künstler ein, die die weiten Hallen mit ihren industriellen Charme zu einem Ort der Kreativität gestalteten. Die Ausstellungshalle wurde so zu einem Schaufenster für moderne Kunst, während parallel das „Café in der Wachsfabrik“ als sozialer Treffpunkt entstand. Besonders prägend waren die Gemeinschaftsausstellungen, Konzerte und Performances, die das Kulturangebot abrundeten – etwa das 25-jährige Jubiläum 2007 mit einem Gamelan-Konzert oder das 30-jährige Fest 2009, das mit einer Skulpturengarten-Einweihung und Live-Musik gefeiert wurde.
Nach einer Phase der Untervermietung in den 1990er-Jahren erlebte die Wachsfabrik ab 2013 eine neue Blütezeit unter dem Namen „Galerie Phoenix“. Hier präsentierten nationale und internationale Künstler:innen ihre Werke in der historischen Halle, während das Café weiterhin als kultureller Ankerpunkt diente. Die Architektur des Gebäudes – mit ihren hohen Decken, großen Fenstern und der rauen Industrieromantik – bleibt bis heute ein zentraler Reiz. Der Ort verbindet handwerkliche Tradition mit moderner Kunst und lädt Besucher ein, die Spannung zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu erleben.
Mit einem rollstuhlgerechten Zugang ist die Alte Wachsfabrik auch für ein breites Publikum zugänglich. Ob als Ort der Inspiration, für Kunstinteressierte oder als Rahmen für besondere Veranstaltungen – die Wachsfabrik bleibt ein lebendiges Stück Kölner Kulturgeschichte. Ihr Erbe lebt weiter in den wechselnden Ausstellungen, Konzerten und Gemeinschaftsprojekten, die hier seit Jahrzehnten stattfinden. Ein Besuch lohnt sich für alle, die das besondere Flair eines ehemaligen Industriegebäudes als Kunsttempel erleben möchten.