Euthanasie-Denkmal
Highlights
- Das Euthanasie-Denkmal in Kaufbeuren erinnert an die Opfer der NS-Tötungsprogramme in der Heil- und Pflegeanstalt.
- Zwischen 1939 und 1945 wurden hier über 680 Patienten durch Entzugskost oder Injektionen ermordet.
- Die Anstalt war Teil der Aktion T4 und gilt als eine der größten Tötungsstätten in Bayern.
Tipps
- Das Denkmal erinnert an 379 Opfer der NS-Euthanasie in Kaufbeuren und Irsee.
- Stille und Würde gegenüber dem historischen Ort sind geboten.
- Informationen zur Geschichte sind vor Ort sowie online verfügbar.
Eigenschaften
Euthanasie-Denkmal in Kaufbeuren – Gedenkstätte und Mahnmal
Das Euthanasie-Denkmal in Kaufbeuren steht im Ursberger Klosterhof und erinnert eindringlich an die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programme. Es gedenkt speziell der 379 Menschen mit Behinderungen, die zwischen 1940 und 1945 aus den Einrichtungen des Dominikus-Ringeisen-Werks in Ursberg, Kloster Holzen und Maria Bildhausen deportiert und in den Tötungsanstalten der Nationalsozialisten ermordet wurden. Neben diesen unschuldigen Opfern erinnert das Denkmal auch an die Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege.
Errichtet wurde das Denkmal im Jahr 2004 anlässlich des 100. Todestages von Dominikus Ringeisen, Gründer des Werks, das heute über 5.000 Menschen mit Behinderungen in Bayern betreut. Die künstlerische Gestaltung stammt von Alfred Görig, dessen Werk symbolisch auf die Bedeutung jedes einzelnen Lebens verweist – unabhängig von körperlicher oder geistiger Einschränkung. Die Form des Denkmals lässt Raum für individuelle Deutung, lädt zur Reflexion ein und mahnt eindringlich vor dem Vergessen solcher Verbrechen.
Die historische Verortung des Denkmals ist eng mit der Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren-Irsee verknüpft, die während des Nationalsozialismus eine tragende Rolle bei der Umsetzung der Aktion T4 spielte. Unter der Leitung von Valentin Faltlhauser wurde die Anstalt zu einem zentralen Ort der Entrechtung und systematischen Ermordung von Menschen mit Behinderungen. Neben den Gasmorden wurden später sogenannte „E-Kost“-Maßnahmen eingesetzt, bei denen Betroffene durch gezielte Unterernährung und medikamentöse Tötung umgebracht wurden.
Die St. Josefskongregation in Ursberg, Trägerin des Dominikus-Ringeisen-Werks, setzte sich während dieser Zeit verzweifelt für ihre Schützlinge ein, konnte jedoch vielen von ihnen nicht vor dem Schicksal der Deportation und Ermordung bewahren. Heute dient das Denkmal als Mahnmal, aber auch als Ort der Begegnung mit dieser schmerzvollen Geschichte. Es lädt dazu ein, still innezuhalten, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten und Verantwortung für eine menschenwürdige Gesellschaft zu übernehmen.
Bewertungen
Auf Google
In der Nähe
Ausflugsziele in der Nähe
Wetter & Pollenflug am Standort
Häufige Fragen zu Euthanasie-Denkmal
Was ist das Euthanasie-Denkmal in Kaufbeuren?
Quelle: wikipedia
Welche Rolle spielte die Anstalt Kaufbeuren-Irsee unter den Nationalsozialisten?
Quelle: wikipedia
Wer war Valentin Faltlhauser und welche Rolle spielte er?
Quelle: wikipedia
Wo befindet sich das Euthanasie-Denkmal in Kaufbeuren?
Quelle: wikipedia