Kirche/Kloster

ehemalige Synagoge Sien mit Hinweistafel

In d. Hohl 6, 54619 Sien

Highlights

  • Die ehemalige Synagoge in Sien wurde 1826 mit gesammelten Mitteln für einen Neubau geplant, blieb aber unvollendet.
  • Im 19. Jahrhundert lebten in Sien bis zu 72 jüdische Einwohner; ein Lehrer diente zeitweise als Vorbeter und Schochet.
  • Die jüdische Gemeinde in Sien schrumpfte im 19. Jahrhundert durch Aus- und Abwanderung deutlich.

Tipps

  • Die ehemalige Synagoge in Sien zeigt die historische Bedeutung der jüdischen Gemeinde im Ort auf und bietet Einblicke in die lokale Religionsgeschichte des 19. Jahrhunderts.
  • Der Bau der Synagoge erfolgte nach 1826, als die Gemeinde finanzielle Mittel für einen Neubau gesammelt hatte, was auf eine organisierte religiöse Gemeinschaft hindeutet.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Ehemalige Synagoge Sien – Kultur-Ausflug mit Hinweistafel

Die ehemalige Synagoge in Sien ist ein historisches Zeugnis der jüdischen Gemeinde, die im 19. Jahrhundert in der Region eine bedeutende Rolle spielte. Bereits im frühen 19. Jahrhundert lebten hier jüdische Einwohner, deren Zahl zwischen 1808 und 1852 auf bis zu 72 Personen anstieg – bei einer Gesamtbevölkerung von rund 530 Menschen. Die jüdische Gemeinschaft war Teil eines lebendigen kulturellen und religiösen Lebens in der Umgebung, das sich auch auf benachbarte Orte wie die umliegenden Dörfer auswirkte.

Die Synagoge selbst entstand als Reaktion auf den wachsenden Bedarf an einem eigenen Gotteshaus. Seit 1826 hatten die jüdischen Bewohner Mittel für einen Neubau gesammelt, doch der Bau wurde erst später realisiert. Die Gemeinde organisierte sich bereits früh mit eigenen religiösen Funktionen: Ein Lehrer war zeitweise nicht nur als Vorbeter, sondern auch als Schochet (ritueller Schlachter) tätig, was die Selbstständigkeit der jüdischen Lebenswelt unterstreicht. Trotz des Rückgangs der jüdischen Bevölkerung im Laufe des 19. Jahrhunderts durch Ab- und Auswanderung blieb die Synagoge ein zentraler Ort des Zusammenhalts.

Heute erinnert eine Hinweistafel an das ehemalige Gotteshaus und seine Bedeutung für die lokale Geschichte. Die Synagoge steht als Symbol für die Integration und den kulturellen Austausch zwischen den Konfessionen in Sien. Obwohl das Gebäude nicht mehr existiert, bewahrt die Erinnerung an dieses religiöse Zentrum die Spuren einer Zeit, in der jüdische Traditionen hier tief verwurzelt waren. Die Tafel dient als Mahnmal und informiert Besucher über die Geschichte der jüdischen Gemeinde und ihre Rolle in der regionalen Vergangenheit.

Die ehemalige Synagoge ist ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes von Sien und lädt dazu ein, die Geschichte der jüdischen Präsenz in der Region zu erkunden. Sie verbindet religiöse Traditionen mit der Alltagsgeschichte einer kleinen Gemeinde, die trotz ihrer geringen Zahl einen nachhaltigen Einfluss auf das lokale Leben ausübte. Die Hinweistafel bietet einen Einstieg in diese spannende Zeit und zeigt, wie vielfältig das kulturelle Gefüge der Region einst war.

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