Museum

Kieler Klosterverein e.V

Falckstraße 9, 24114 Kiel

Highlights

  • Der Kieler Klosterverein bewahrt als Museum für Lokalgeschichte den ältesten erhaltenen Kreuzgang Kiels und mittelalterliche Bausubstanz nach Bombenangriffen.
  • 1928 gegossene Klosterglocke und gotischer Grabstein von Adolf IV. von Schauenburg zeugen von der 1246 gegründeten Franziskanerklostergeschichte.
  • Seit 2000 zugänglich: Restaurierte Kreuzgangteile, Kräutergarten und freigelegte Umrisse der zerstörten Klosterkirche mit originaler Altarplatte aus dem 13. Jh.

Tipps

  • Der erhaltene Kreuzgang bietet Einblicke in die mittelalterliche Architektur und zeigt originale Gewölbe sowie den Grabstein des Stifters aus dem 13. Jahrhundert.
  • Die restaurierte Glocke aus dem Jahr 1928 wird gelegentlich zu Carillonkonzerten geläutet, wobei die Klänge durch den historischen Turm erklingen.
  • Im Klostergarten sind nach historischem Vorbild Kräuter und Pflanzen angepflanzt, die auf die mittelalterliche Nutzung des Geländes hinweisen und archäologische Funde markieren.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kultur-Ausflug Kiel: Klosterverein e.V. entdecken

Der Kieler Klosterverein e.V. bewahrt in Kiel ein einzigartiges Stück mittelalterlicher Stadtgeschichte und lädt Besucher:innen ein, die Spuren des einstigen Franziskanerklosters zu erkunden. Gegründet im 13. Jahrhundert durch den Grafen Adolf IV. von Schauenburg, war das Kloster nicht nur religiöses Zentrum, sondern auch ein prägender Ort der Kieler Entwicklung. Sein Grabstein mit gotischer Inschrift aus dieser Zeit ist bis heute erhalten und zeugt von der frühen Bedeutung des Ortes.

Ein zentraler Teil der Anlage überstand den Zweiten Weltkrieg trotz schwerer Zerstörungen durch Bombenangriffe im Jahr 1943. Nur der Kreuzgang mit seinem mittelalterlichen Gewölbe sowie der markante Turm blieben stehen – ein seltenes Zeugnis der Kieler Baugeschichte. Aus den Trümmern der Heiligengeistkirche wurde später ein bedeutender Altarstein geborgen, der seit 1950 im Kreuzgang ausgestellt wird und die frühe Klosterkirche von 1246 repräsentiert.

Seit den 1990er-Jahren erlebt der Ort eine Renaissance: Durch Spenden und Restaurierungsarbeiten wurde das Refektorium wiederhergestellt, und die letzte erhaltene Glocke der Klosterkirche aus dem Jahr 1928 läutet erneut. Der Klostergarten wurde nach mittelalterlichem Vorbild angelegt, mit sichtbaren Umrissen der ursprünglichen Bausubstanz wie den gewölbten Pfeilern und der Taufstätte. Die Altarplatte der ersten Klosterkirche, 2001 bei Grabungen entdeckt, wurde unter einem Kruzifix im Kreuzgang integriert.

Heute dient der Kieler Klosterverein als Ort für Ausstellungen, Begegnungen und kulturelle Veranstaltungen. Ein dreiteiliges Denkmal des Stadtgründers Adolf IV., geschaffen vom Bildhauer Karl-Henning Seemann, rundet die historische Atmosphäre ab. Führungen – etwa nach den monatlichen Carillonkonzerten am ersten Wochenende – bieten Einblicke in die bewegte Geschichte des Klosters und seiner Wiederbelebung als lebendiger Kulturort.

Als Museum für Lokalgeschichte verbindet der Klosterverein archäologische Funde, Architekturgeschichte und lebendige Traditionen. Wer sich für Kiels Ursprünge und das Erbe des Franziskanerklosters interessiert, findet hier authentische Zeugnisse – von den mittelalterlichen Mauern bis zu den modernen Interpretationen der Klostergeschichte.

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