Denkmal/Gedenkstätte

Templer-, später Johanniterniederlassung Roth an der Our

Johanniterstraße 17, 54675 Roth an der Our

Highlights

  • Roth an der Our liegt im Eifelkreis Bitburg-Prüm und gehört zur Verbandsgemeinde Südeifel.
  • Die Gemeinde war Sitz einer Templerkommende ab 1220, später einer Johanniterniederlassung.
  • Das heutige Schloss Roth wurde 1733 nach dem Verfall der ursprünglichen Gebäude neu erbaut.

Tipps

  • Das Schloss Roth ist seit dem 18. Jahrhundert wieder aufgebaut und steht heute unter Denkmalschutz, eine Besichtigung ist jedoch nicht möglich.
  • Roth an der Our liegt direkt am Deutsch-Luxemburgischen Naturpark und bietet zahlreiche Wanderwege sowie den jährlichen Eifler Flohmarkt im Juli.

Eigenschaften

Kulturell Ganzjährig

Über Templer-, später Johanniterniederlassung Roth an der Our

Die Templer-, später Johanniterniederlassung Roth an der Our ist ein geschichtsträchtiger Ort im malerischen Roth an der Our im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Diese eindrucksvolle Anlage geht auf eine lange Tradition zurück, die im frühen 13. Jahrhundert mit der Gründung einer Kommende des Templerordens begann. Nach dem Verbot des Templerordens um 1314 übernahm der Johanniterorden, später auch Malteserorden genannt, die Besitzungen und prägte das Leben am Ort über viele Jahrhunderte hinweg. Das Gelände beherbergt einige der ältesten Bauteile aus dem 13. Jahrhundert, darunter Keller und Grundmauern, die bis heute erhalten geblieben sind.

Ein besonderes Bauwerk innerhalb der Niederlassung ist der achteckige Treppenturm, der um die Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet wurde. Das Torhaus datiert auf etwa um 1600 und zeugt von der architektonischen Bedeutung der Anlage in der Spätrenaissance. Im Jahr 1733 erfolgte unter Komthur Jakob Duding ein umfangreicher Neubau des Hauptgebäudes, da die ursprünglichen Strukturen baufällig geworden waren. Dieser Umbau vergrößerte und modernisierte die Anlage nach damaligen Bedürfnissen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss stark beschädigt, doch 1958 wurde es durch die Familie Eggen, die seit 1958 Eigentümer ist, wieder aufgebaut und erhielt ein drittes Geschoss.

Das Schloss steht heute im Privatbesitz, weshalb eine innenarchitektonische Besichtigung nicht möglich ist. Dennoch zieht das Äußere zahlreiche Besucher an, die die imposante Außenarchitektur und die historische Atmosphäre bewundern können. Victor Hugo besuchte den Ort 1871 und notierte in seinem Tagebuch, dass das Schloss „noch in sehr gutem Zustand“ sei und „im Inneren einige alte Spuren“ wie steinerne Kamine und eine in Stein gehauene Treppenspindel zu sehen seien. Der französische Dichter hob auch die schöne Aussicht auf die beiden Täler hervor, durch die die Our fließt.

Die Templer- und Johanniterniederlassung ist eng mit der Geschichte der umliegenden Gemeinde verbunden, die bereits 1154 urkundlich erwähnt wurde. Roth gehörte im Laufe der Jahrhunderte verschiedenen Herrschern, darunter den Grafen und Herzögen von Luxemburg sowie später Frankreich, Österreich und Preußen. Die Besetzung durch französische Truppen und die anschließende kurze luxemburgische Verwaltung nach dem Zweiten Weltkrieg unterstreichen die strategische und politische Bedeutung des Ortes. Heute liegt Roth an der Our im Naturpark Südeifel, direkt an der Grenze zu Luxemburg und bietet Wanderern und Kulturliebhabern ein lohnenswertes Reiseziel.

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