Denkmal/Gedenkstätte

Berwanger Nudelschneider

Dorfplatz Berwangen, Berwangen, Kirche, 74912 Kirchardt

Highlights

  • In Berwangen steht eine Jupiter-Gigantensäule aus dem 19. Jh., deren Reste 1957 entdeckt und originalgetreu nachgebildet wurden.
  • Das ehemalige Warenhaus Kirchheimer (Salinenstraße 42) wurde 1900 von der jüdischen Familie Kirchheimer erbaut und diente als Handelszentrum.

Tipps

  • Auf dem Kirchhof befindet sich eine originalgetreue Kopie der 1957 entdeckten Jupiter-Gigantensäule, die als archäologisches Zeugnis aus der Antike erhalten wurde.
  • Das ehemalige Pfarrhaus aus dem Jahr 1824 zeigt den historischen Wohnsitz der Pfarrer und diente bis 2006 zusätzlich als Pfarrbüro, bevor es privat überging.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Berwanger Nudelschneider Kirchardt

Der Berwanger Nudelschneider ist eine historische Skulptur, die als lebendiges Denkmal der regionalen Handwerkskunst und Tradition in Kirchardt steht. Die Figur verkörpert den einst weit verbreiteten Beruf des Nudelschneiders, der in Berwangen – einem Ortsteil von Kirchardt – seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle spielte. Die Statue erinnert an die handwerkliche Fertigkeit, mit der hier einst frische Nudeln für die Bevölkerung hergestellt wurden, ein Handwerk, das eng mit der ländlichen Kultur der Region verbunden war.

Die Skulptur ist Teil des kulturellen Erbes von Berwangen, das durch seine lange Geschichte geprägt ist. Bereits im Jahr 1352 wurde hier erstmals eine Kirche erwähnt, und die heutige Heilig-Kreuz-Kirche aus dem 19. Jahrhundert zeugt von der architektonischen Entwicklung unter Einfluss des Klassizismus. Die Figur des Nudelschneiders steht jedoch für ein anderes, ebenso bedeutendes Kapitel: das Handwerk, das das tägliche Leben der Menschen in der Region nachhaltig prägte. Solche Skulpturen sind nicht nur künstlerische Darstellungen, sondern auch Erinnerungen an das Leben und Arbeiten früherer Generationen.

Der Standort der Skulptur ist eng mit dem historischen Ortskern von Berwangen verbunden, der von Fachwerkhäusern, der ehemaligen Synagoge aus dem 19. Jahrhundert und anderen denkmalgeschützten Gebäuden umgeben ist. Besonders die ehemalige jüdische Schule und Synagoge in der Badersgasse sowie das ehemalige Warenhaus der Familie Kirchheimer in der Salinenstraße unterstreichen die kulturelle Vielfalt des Ortes. Der Nudelschneider passt damit in ein Netzwerk historischer POIs, die das Leben in Berwangen von der Antike bis ins 20. Jahrhundert widerspiegeln – von der Jupiter-Gigantensäule bis zu den Mühlen am Wiesenweg.

Als Teil des kulturellen Erbes von Kirchardt lädt die Skulptur des Nudelschneiders dazu ein, die handwerkliche Tradition der Region zu entdecken. Sie steht nicht nur als Symbol für ein verschwindendes Handwerk, sondern auch als Verbindung zu den Wurzeln des Ortes. Wer sich für die Geschichte Berwangens interessiert, findet hier nicht nur eine ansprechende Skulptur, sondern auch Einblicke in die Lebensweise vergangener Zeiten – von der Landwirtschaft über die Handwerkskunst bis hin zur religiösen Geschichte der Gemeinde. Die Figur des Nudelschneiders ist damit ein Stück lebendige Ortsidentität, das zum Verweilen und Staunen einlädt.

Besonders wertvoll ist die Skulptur auch als Teil eines größeren kulturellen Netzwerks. Neben ihr stehen weitere historische Bauwerke wie das ehemalige Pfarrhaus, die alte Mühle oder das Mahnmal für die jüdische Gemeinde, die gemeinsam das kulturelle Gedächtnis von Berwangen bewahren. Der Nudelschneider ergänzt dieses Ensemble als Erinnerung an ein Handwerk, das einst das tägliche Brot – im wahrsten Sinne – für die Menschen bereitstellte. Damit ist er nicht nur eine Statue, sondern ein Stück lebendiger Geschichte, das die Kontinuität und Vielfalt der regionalen Kultur widerspiegelt.

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