Denkmal/Gedenkstätte

Großsteingrab Langeneichstädt

06268 Langeneichstädt

Highlights

  • Das Großsteingrab Langeneichstädt ist eine jungsteinzeitliche Kammergrab-Anlage aus Sandstein und Muschelkalk.
  • Es datiert auf 3600 bis 2700 v. Chr. und zählt zur Salzmünder oder Bernburger Kultur.
  • In der Grabkammer wurde eine 1,76 m hohe Menhirstatue der sogenannten Dolmengöttin gefunden.

Tipps

  • Das Großsteingrab ist über einen Feldweg erreichbar und liegt etwa 800 Meter nördlich von Langeneichstädt direkt neben der Eichstädter Warte.
  • Vor Ort gibt es Sitzgelegenheiten und Parkmöglichkeiten. Gegenüber befindet sich eine Replik der Dolmengöttin sowie ein weiteres Ganggrab aus der Jungsteinzeit.
  • Öffentliche Führungen finden am Pfingstsonntag und zum Tag des offenen Denkmals statt, zusätzliche Termine sind auf Anfrage möglich.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Großsteingrab Langeneichstädt

Das Großsteingrab Langeneichstädt ist eine jungsteinzeitliche Megalithanlage vom Typ der mitteldeutschen Kammern und zählt zu den bedeutenden archäologischen Fundstellen im Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Die Entdeckung erfolgte 1987 bei landwirtschaftlichen Arbeiten in unmittelbarer Nähe zur mittelalterlichen Eichstädter Warte, nordwestlich des Ortes Langeneichstädt. Die Anlage liegt auf einer umzäunten Wiesenfläche und ist über einen Feldweg erreichbar. In der Umgebung wurden bei Luftbildauswertungen mehrere weitere Grabhügel identifiziert, die möglicherweise zeitgleich entstanden sind.

Die archäologischen Untersuchungen brachten zum Vorschein, dass das Steingrab etwa 5,3 Meter lang, 1,9 Meter breit und 1,7 Meter hoch ist. Es stammt aus der Zeit des frühen Mittelneolithikums und wird der Salzmünder- oder Bernburger Kultur zugeordnet. Auffällig ist die Verwendung von Sandstein- und Muschelkalkplatten. Als Deckstein der Kammer wurde eine rund 1,76 Meter hohe Menhirstatue entdeckt, die als „Dolmengöttin von Langeneichstädt“ bekannt ist. Diese Statue zeigt eine weibliche Gottheit sowie ein Axtmotiv, das als Statussymbol interpretiert wird. Im Fundinventar befanden sich unter anderem Schmuckstücke aus Knochen, Kupfer, Tierzähnen und Bernstein.

Ein Replikat der Menhirstatue wurde in der Nähe des Wachturms der Eichstädter Warte und direkt neben der Grabkammer aufgestellt. Das Original befindet sich heute im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Das Großsteingrab ist Teil der touristischen Route „Himmelswege“, die bedeutende archäologische Stätten Sachsens-Anhalts miteinander verbindet, darunter die Fundstelle der Himmelsscheibe von Nebra, die Kreisgrabenanlagen von Goseck und Pömmelte sowie das Landesmuseum selbst.

Das Gelände um das Großsteingrab ist das ganze Jahr über frei zugänglich. Informationen zu Öffnungszeiten und Führungen durch den Warteverein e.V. Langeneichstädt sind vor Ort oder auf Anfrage erhältlich. Neben dem Steingrab laden weitere archäologische Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nähe zu einer Erkundung ein, darunter das benachbarte Ganggrab sowie die Replik der Dolmengöttin. Besucher berichten von einer stimmungsvollen Atmosphäre am Ort und schätzen die gut strukturierten Informationsmöglichkeiten vor Ort.

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